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Forum: Der Wahlkampf der anderen
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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Der Wahlkampf der anderen >> Was halten Sie von der Humanwirtschaftspartei?

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1. Peter101, 23.12, 23:22 (Start) 
  2. revolutionsound, 24.12, 11:30 (1) 
    3. Peter101, 24.12, 13:48 (2) 
      4. revolutionsound, 25.12, 13:26 (3) 
  5. Bodo, 24.12, 15:55 (2) 
    6. revolutionsound, 25.12, 13:33 (5) 
      7. Bodo, 25.12, 22:19 (6) 
8. Bodo, 24.12, 15:39 (1) 
9. Peter101, 24.12, 16:57 (8) 
  10. Bodo, 25.12, 00:58 (9)  *
    11. Peter101, 26.12, 15:47 (10)  *
      12. Bodo, 26.12, 17:34 (11) 

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Angezeigtes Thema: 'Was halten Sie von der Humanwirtschaftspartei?'
Beitrag Nummer 10 plus eine Antwort

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: Bodo (Rang: Moderator)   Beiträge: 2722
Mitglied seit: 13.01.2002
Geschrieben am: 25.12.2003 um 00:58 (1316 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Hallöchen

Am 2003-12-24 16:57 hat Peter101 geschrieben:

Interessant und völlig andersartig als das, was man sonst so hört ist es allemal. Bei aller Vorstellungskraft mag ich mir nicht denken, wie eine Partei ohne, über Geld an sich nach zu denken, Probleme ständig fehlenden Geldes lösen will. Hier stimmt doch so grundsätzlich was nicht, dass es mich nicht verwundern würde, wenn so viele unserer Probleme direkt im Wesen des Geldes ihre Ursachen finden.

Fakt ist: Es muss möglich sein, Kredite aufzunehmen. Gäbe es das nicht, dann würde jeder 50 Jahren sparen müssen, um sich ein Haus zu kaufen, es wäre nicht möglich finanzielle Engpäße zu überbrücken etc.

Kredite bekommt man bei den Banken. Jemand bringt 100.000 Euro zur Bank, bekommt dafür 5% und die Bank verleiht das Geld für 8% weiter. Von diesen 3% Differenz lebt die Bank. Gäbe es keine Zinsen, dann gäbe es nichts, wovon Kreditvermittler leben könnten, es würde keine Banken mehr geben und wir hätten 500.000 (?) Arbeitslose mehr. Kein guter Start in ein neues System (-;

Frage: Kann eine Volkswirtschaft ohne Zinsen überhaupt Gewinne erwirtschaften? Denn irgendwo muss das Geld sich vermehren. Wenn nicht, dann die Entwicklung still und wir bleiben für immer da, wo wir sind - z.B. Anno 1950.

Ist es nicht möglicherweise das Verzinsungsprinzip, das eine Geldvermehrung und damit eine funktionierende Wirtschaft überhaupt erst möglich macht?


Der explosiven Effekt unseres Finanzsystems zeigt sich beispielsweise in der immer schneller ansteigenden Verschuldung hier im Lande wie fast überall auf der Welt. Demgegenüber kann das Bruttosozialprodukt, also die Wertschöpfung, weitaus weniger schnell wachsen – die Schulden wachsen mehrfach schneller als die Produktivität. Logische Folge davon ist, dass schon bald die Zinslasten für den Schuldenberg nicht mehr bezahlt werden können und es zu einer schweren Krise kommen muss. Auch „Sparen“ hilft hier nicht weiter, weil eine Unterbrechung der Kreditaufnahme unmittelbar eine Depression zur Folge hätte. Ein geregelter Schuldenabbau scheint unmöglich in diesem System. Niemand kann finanziell überleben, dessen Schuldenberg dreimal schneller wächst als sein Einkommen.

Ich denke, da wird die Wirkung vor die eigene Ursache gestellt. Tatsache ist: Niemand MUSS Kredite aufnehmen. Hier wird aber so getan, als wäre das ein zwangsläufiger Prozess.

Das Problem der staatlichen Schuldenspirale ist nicht der Zins selbst. Privateleute und Unternehmen bezahlen auch Zins, wenn sie Kredite aufnehmen. Und dennoch steuern sie nicht zwangsläufig in den Bankrott.
Es ist eine Frage der Verhältnisse. Wer einen Kredit aufnimmt, muss sich fragen: "Kann ich mir den Kredit mit seinen Zinsen leisten. Werde ich zukünftig genug Geld haben, um ihn zurückzuzahlen?". Für den, der sich das nicht fragt, fragt sich die Bank: "Kann der einen Kredit zurückzahlen. Wenn er es nicht kann, verlieren wir unser Geld und das wollen wir nicht."
Resultat daraus ist, das wäre Zinsen im Rahmen seiner Möglichkeiten zahlt, sich nicht überschuldet. Der Mechanismus ist also keine Zwangsläufigkeit.

Warum das beim Staat nicht so funktioniert hat mindestens drei Gründe:

1. Kann er sich in vielen Fällen gar nicht raussuchen, wieviel Geld er ausgeben will. Z.B. die Sozialausgaben (Sozialhilfe, Rente etc.), die den überwiegenden Anteil der staatlichen Ausgaben ausmachen, die sind halt einfach da. Eine Anpassung an die Verhältnisse ist hier nur über eine Senkung der Sozialausgaben möglich und diese Senkung versucht die Politik ja derzeit durchzuführen - und stößt auf wenig Gegenliebe.

2. Besteht seitens der Leute, die das Geld ausgeben, ein zu geringes Interesse an der längerfristigen Finanzierbarkeit.
Wer einen privaten Kredit aufnimmt, der denkt genau darüber nach (zumindest wenn er nicht blöd ist), ob dieser Kredit tragbar ist und ihn nicht in den Ruin treibt. Das ist Existenzschutz.
Dieses Problem hat der Minister, der Beamte nicht. Es ist nicht sein Geld und er verliert auch nicht sein Haus, wenn es in 5 Jahren düster aussieht.

3. Bekommt der Staat seine Kredite immer. Keine Bank würde einer Privatperson oder einem Unternehmen, das sich in einer so beschissenen finanziellen Situation wie der Staat befindet, Geld leihen. Der Bund aber bekommt es. Noch.


Beispiel „Josephspfennig“: Hätte Joseph im Jahre 0 einen Pfennig zu 5 % Zins p. a. angelegt, so hätte sich dieser Pfennig durch den Zinseszinseffekt so vermehrt, dass man im Jahre 1466 dafür eine Erdkugel aus Gold und heute 200 Milliarden Erdkugeln aus Gold dafür kaufen könnte.

Ich kenne das Beispiel mit 5000 Mal dem Gewicht der Erde. Keine Ahnung, welches stimmt. Da müsste man mit Logarithmen umgehen können (-;


Während jeder bei Zinsversprechen von 100 % im Jahr an ein „Schneeballsystem“ denkt, also ein System, welches nur durch neue Anleger überhaupt die versprochene Rendite zahlen kann, wird kaum jemand bei einem Zins von 5 % misstrauisch. Dabei ist jedes auf Zins aufgebaute System unsicher. Nur läuft sozusagen das 100-%-System viel schneller als das 5%-System. Während das 100-%-System innerhalb weniger Jahre zusammenbricht, dauert es bei unserem Zinssystem Jahrzehnte. Weil der Zerfall höchstens alle zwei Generationen stattfindet (siehe unsere Geschichte), erkennen nur die wenigsten Menschen diese Zusammenhänge.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr halte ich das für Quatsch.

Erstens, weil es diverse Währungssysteme weltweit gibt, die schon sehr viel länger funktionieren als ein paar Generationen.

Zweitens haben die Bundesbürger insgesamt weit mehr Besitz als Schulden. Rechnet man allen Besitz zusammen (Häuser, Autos, Kleidung, Aktien, Sparbücher, Möbel etc.) und setzt diesen Wert dann den Schulden aller sowie denen des Staates gegenüber, dann kommt ein mehrfacher Wert dessen raus.
Ich rate mal: In Deutschland gibt es 20 mal mehr Besitz als Schulden. Vielleicht auch nur 10 mal, vielleicht 100.
Daraus ziehe ich den Schluß, daß das System sehr produktiv ist. Ungünstig ist die Verteilung des Besitzes. Aber die ist eher das Resultat einer falschen Steuerpolitik den der Zinsen.

Drittens: Siehe oben das Thema Kreditaufnahme im Rahmen der Verhältnisse.

Und auch das ist den Menschen kaum bewusst: Wenn Sie nicht gerade Multimillionär sind, haben Sie durch das Zinssystem finanzielle Nachteile zu erleiden, selbst wenn Sie nicht verschuldet sind: So müssen Sie durch Steuern und Zinsanteile in den Preisen für die Verzinsung des Kapitals sorgen.

Millionäre konsumieren auch und zahlen dabei ebenso in den Preisen enthaltende Zinsen.


_________________
Seelig sind die, die da arm an Geist sind, denn sie werden sich Christlich Soziale Union nennen.

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Antworten:
Von: Peter101 (Rang: Neuling)   Beiträge: 4
Mitglied seit: 23.12.2003
Geschrieben am: 26.12.2003 um 15:47 (1245 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Ich habe ein paar Bücher zu diesem Thema gelesen. Ich häng das mal unten an von amazon.de.
Zinsen wurden durch alle Religionen mit dem Wort Wucher verteufelt. Als die Kirche selbst Kapitaleigner wurde geriet das irgendwie in Vergessenheit... Kapitalismus an sich ist ja jetzt auch nicht direkt "Gottes Werk" schlecht hin, wenn man so will. Über Geld und deren Funktionsweise denkt auch Bernhard Lietaer sehr eindringlich nach. Auch habe ich folgendes gefunden und halte es für nicht so unbedingt aus der Luft gegriffen.

Der Europakoordinator des Kernfusionsenergieforums Dr. Jonathan Tennenbaum schrieb zur Finanzlage
Hyperinflation. Ende 1923 hatte sich die Gesamtverschuldung Weimar-Deutschlands in der Hyperinflation praktisch aufgelöst; sieht so die "Lösung" auch für die heutige Schuldenkrise aus?

Deflation oder Hyperinflation?

Für die Passagiere einer sinkenden Titanic ist es von sekundärem Interesse, zu wissen, welches Ende des Schiffes zuerst auf dem Meeresgrund landen wird -- sie interessiert nur, so schnell wie möglich von Bord und in die Rettungsboote zu gelangen. Aber heute, während das Weltfinanzsystem unter unseren Füßen zusammenbricht, streiten sogenannte Experten und Insider hitzig darüber, ob die großen Volkswirtschaften nun von einer Deflation oder von einer Inflation bedroht werden.
Der "Antiheld" dieser Diskussion ist natürlich der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan, der verzweifelt versucht, den Preisverfall bei den Finanztiteln (Deflation) aufzuhalten, indem er für die verheerendste Geldmengenausweitung (Hyperinflation) seit Weimar sorgt. Allein dieser Umstand sollte zur Genüge beweisen, daß die scheinbar entgegengesetzten Alternativen Deflation und Inflation längst in einer tödlichen Symbiose miteinander verknüpft sind.
Paradox ist die Situation nur für diejenigen, die, anstatt zu den Rettungsbooten zu eilen, lieber in ihrer Kabine auf der Titanic bleiben, um darüber nachzudenken, was aus ihrem Geld werden soll. Die meisten dieser "Marktteilnehmer" werden so oder so alles verlieren: entweder durch den Wertverlust ihrer Finanzpapiere oder, falls es ihnen gelingt, ihre Papiere noch rechtzeitig in Bargeld umzutauschen, weil das Geld selbst wertlos geworden ist.
Dieses Dilemma schilderte ich schon im Oktober letzten Jahres in einer Studie der EIR-Nachrichtenagentur unter der Überschrift "Steht die Hyperinflation kurz bevor?"
Zu jenem Zeitpunkt zeichnete sich bereits der Beginn einer Warenpreisinflation ab. Die gigantische Preisinflation der Finanzwerte -- die eine Folge des ungeheuren Liquiditätspumpens Greenspans und der anderen Zentralbanken ab 1994 war -- griff auf die Realwirtschaft über. Allein im Zeitraum von September 1998 bis Oktober 2000 hatten sich die Erdölpreise fast verdreifacht, und auch andere Güter und Dienstleistungen erlebten drastische Preiserhöhungen. In großen Teilen der USA entwickelte sich wenig später eine schwere Energiekrise, die zu drastischen Erhöhungen der Strom- und Erdgaspreise führte.
Meine damalige Analyse fußte auf der Einschätzung Lyndon LaRouches, der 1999 erklärt hatte, es sei ein kritischer Punkt erreicht, an dem die Geldmenge schneller wächst als die Preise der Wertpapiere und jede weitere Fortsetzung der Politik Greenspans, fast grenzenlos Liquidität bereitzustellen, zu einer hyperinflationären Explosion ähnlich wie 1923 in Deutschland führt.
Inzwischen haben sich riesige Mengen an Finanzwerten in Luft aufgelöst. Zuerst platzte die Blase der "New Economy", der sog. Hochtechnologie-Aktien, dann folgte der massive Rückgang der Unternehmensgewinne, des Handels und der Produktion in den USA und großen Teilen der Welt. Mit dem Nachfrageeinbruch begannen in vielen Güterkategorien die Preise nachzugeben, wie man an dem erheblichen Absinken des Erdölpreises deutlich sehen kann. Der Warnruf "Deflation" wurde laut und rief die Schrecken der Großen Depression der 30er Jahre wach.
Deshalb hörte man auch immer wieder die Frage: "Was ist denn jetzt mit der Hyperinflation, die Sie angekündigt haben? Geschieht nicht das Gegenteil? Schließlich weiß jeder, daß es in einer Depression zu Deflation kommt."
Zweifellos befinden wir uns in einer Depression, wie es LaRouche seit langem vorhergesagt hat. Aber bevor man sich von den Analogien zur Großen Depression der Jahre nach 1929 in die Irre leiten läßt, sollte man sich vor Augen führen, welche Auswirkungen die wahnsinnige Finanzpolitik hat, mit der Greenspan und andere Führungsleute der Finanzwelt auf den drohenden Untergang ihres Systems reagieren.
Beispielhaft ist in dieser Hinsicht ein Kommentar des Ökonomen Robert von Heusinger in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit vom 2. November mit der vielsagenden Überschrift "Der Fluch des vielen Geldes". Unter Bezug auf die nunmehr zehnte Zinssenkung Greenspans innerhalb eines Jahres schreibt er: "Man muß schon ein Historiker sein, um eine Periode ähnlich drastischer Zinssenkungen zu finden. Es waren die Jahre der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1931... Ist Greenspans Manöver reiner Aktionismus, wie die zunehmende Zahl seiner Kritiker meint? Oder steht es um die US-Wirtschaft tatsächlich so schlecht? Letzteres ist der Fall. Nicht Inflation, sondern Deflation heißt heute das Problem -- die Preise fallen. Und da helfen nur Zinssenkungen."
Greenspan müsse jedoch vorsichtig sein, fährt Heusinger fort, sonst könnten die USA in die "Liquiditätsfalle" gehen. "Als Liquiditätsfalle bezeichnet man den Zustand, in dem "selbst wenn die Notenbank immer mehr Geld in die Wirtschaft pumpt", die Nachfrage nicht anzieht. "Die Unternehmer investieren nicht, die Verbraucher konsumieren nicht. Wachstumsraten und Preise sinken... Für alle, die verschuldet sind, ist Deflation Gift, erhöht sie doch Jahr für Jahr die Schulden. Firmen können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen, und schließlich gehen die Banken wegen zu vieler fauler Kredite pleite", heißt es weiter. Genauso sei es Japan nach dem Kollaps der "Blasenwirtschaft" 1989 ergangen.
Wenn auch Zinssenkungen nicht helfen und die "Liquiditätsfalle" zuschnappt, laute der "letzte radikale Ausweg" Reflationierung der Wirtschaft. "Die Notenbank würde unbegrenzt Aktien, Anleihen und Immobilien von den Privaten kaufen, bis auch der Letzte einsieht, daß Geld im Überfluß in der Wirtschaft ist und es zur Inflation kommen muß." Dann würden die Verbraucher wieder mehr ausgeben und die Unternehmen wieder investieren. Um dieses Vertrauen zu stärken, solle die Fed nichts gegen die daraus folgende Inflation tun.
"Weimar, wir kommen"
Seit 1994, als LaRouche in seiner "Neunten Vorhersage" das Finanzsystem bereits für unrettbar verloren erklärte, schuf Greenspan die größte Finanzblase der Weltgeschichte. Um das bankrotte Finanzsystem aufrechtzuerhalten, vergrößerte die Federal Reserve die Geldmenge M3 von knapp 4,3 Bio. Dollar im Oktober 1994 auf 7 Bio. Dollar im Oktober 2000. Als 2000 der unvermeidliche Wertverfall einsetzte, betrieb Greenspan die Geldmengenausweitung noch exzessiver. Allein in den letzten zwölf Monaten wurde eine weitere Billion Dollar auf die Märkte gepumpt, und jetzt wird allenthalben noch viel, viel mehr gefordert.
Man sollte darauf hinweisen, daß es im Vorfeld des Zusammenbruchs von 1929 und der darauffolgenden Großen Depression in Amerika nichts gab, was diesem hyperinflationären Wahnsinn auch nur entfernt nahekam. Von Ende 1925 bis Ende 1929 stieg die Geldmenge M3 in den USA lediglich um 10%, verglichen mit 41% in den vier Jahren von Ende 1995 bis Ende 1999. Auch das Ausmaß der privaten wie öffentlichen Verschuldung war vergleichsweise sehr viel niedriger. 1929 waren die USA noch Nettokreditgeber, heute sind sie der größte Nettoschuldner der Weltgeschichte. 1929 betrug das Verhältnis von Gesamtverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1,6, heute ist es mehr als das Doppelte. Außerdem besteht das BIP heute vielfach aus "heißer Luft". 1929 war die Güterproduktion der Hauptfaktor, heute machen Dienstleistungen, die oft selbst Teil Finanzblase sind, 80% des BIP aus.
Es gibt noch weitere deutliche Unterschiede:
¨ 1929 hatten die USA überhaupt kein Handelsdefizit, 2000 betrug es offiziell fast 500 Mrd. Dollar.
¨ 1929 lag die Sparquote hoch, heutzutage ist sie negativ.
¨ Unmittelbar vor 1929 herrschte in den USA praktisch keine Inflation, heute liegt sie offiziell bei 3% und inoffiziell noch weit höher.
Vor allem aber waren die USA, als die Große Depression hereinbrach, eine blühende Industrienation. Die Währung stützte sich auf immense Produktionskapazitäten, und die Arbeitsproduktivkraft war Weltspitze. Heute ist Amerika weitgehend ein nachindustrieller Schrotthaufen, weil seit 30 Jahren systematisch die Industrie- und Infrastrukturbasis abgebaut und die Bevölkerung "verdummt" wird. Als Franklin D. Roosevelt sein Amt antrat, lagen viele Produktionskapazitäten und qualifizierte Arbeitskräfte brach, die rasch für einen Wiederaufbau mobilisiert werden konnten. Heute hat Amerika verhältnismäßig viel geringere freie Ressourcen.
Vor diesem Hintergrund muß man nicht erst auf eine Steigerung der Warenpreise warten, um Greenspans Geldmengenausweitung als "hyperinflationär" einzustufen. Es gibt einfach keine realwirtschaftlichen Werte als Deckung für die etlichen Billionen Dollar, die von der US-Notenbank in den letzten fünf Jahren aus dem Nichts geschaffen wurden (ganz zu schweigen von dem Vielfachen an Wertpapieren und Schulden, das daraus abgeleitet wurde). Die Realwirtschaft wächst nicht mehr, und für kommende Generationen sind die Aussichten auf Wohlstand düster.
Die Schuldenkrise
Obwohl die Deflation bereits Billionen von Dollars an fiktiven Papierwerten ausgelöscht hat, ist der krebsartige Schuldenberg ungehindert weitergewachsen. Die direkten und indirekten Kosten dieser Verschuldung erhöhen den inflationären Druck auf die Wirtschaft, der nur durch rücksichtslose Ausbeutung der Produzenten und Arbeitskräfte im In- und Ausland (Billiglohnländer etc.) "kompensiert" wurde. Die offizielle Verbraucherpreisinflation in den USA (und anderen westlichen Ländern) wurde niedrig gehalten, indem man die Erzeugerpreise für Landwirte und Rohstofflieferanten sowie die Preise für die in die Dritte Welt "ausgelagerte" Produktion künstlich drückte. Das dadurch "gesparte" Geld wurde von Spekulation und Schuldendienst aufgesogen. Als Vorwand für brutale Kostensenkungsmaßnahmen diente dabei die Mär einer angeblichen "Überproduktion".
Auf diese Weise konnten Deflation und Inflation nebeneinander existieren und sich gegenseitig verstärken.
Während die Güterpreise tendenziell sinken, steigen übrigens die Kosten für Dienstleistungen weiter an. In den letzten zwölf Monaten stiegen sie in den USA durchschnittlich um 3,6%. Gesundheitsausgaben nahmen um 4,7% zu, die Kosten der Schulbildung um 6%. Dies dürfte den inflationären Druck der Schuldenberge und beschleunigten Ausweitung der Geldmengen widerspiegeln.
Am Ende der Weimarer Inflation 1923 waren die Gesamtschulden Deutschlands nur noch ein paar US-Pennies wert. Offenbar halten einige Verrückte in der Finanzwelt so etwas heute für eine Lösung.




Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein hübsches Gedankenspiel: Hätte einer unserer Urahnen vor 500 Jahren ein paar Florin angelegt, könnten wir heute dank Zins und Zinseszins ein Vermögen einstreichen, das für mehr als ein sorgenfreies Leben ausreichen würde. Für John Fontanelli, den armen Schustersohn aus New York, wird dieser Traum Wirklichkeit: Am 23. April 1995 erfährt er, dass sein Vorfahre Giacomo Fontanelli ihm, dem derzeit jüngsten Fontanelli-Spross, über Eine Billion Dollar hinterlassen hat. Gestern fuhr John noch Pizza aus, heute ist er reicher als die zweihundert reichsten Menschen der Welt zusammen. Und trotzdem nicht glücklich.

Denn die Sache hat -- wie kann es anders sein -- einen Haken. In seinem Testament berichtet Giacomo Fontanelli von einer Vision. Sein Erbe soll dank des Vermögens den Menschen ihre verlorene Zukunft zurückgeben. Für John eine drückende Verantwortung : Er, ein Ex-Pizzalieferant, als Retter der Menschheit? Da meldet sich ein mysteriöser Fremder und behauptet zu wissen, wie die Prophezeiung erfüllt werden kann.

Ein genialer Plot, schwäbisch gründliche Recherche plus grundsolide Schreibe -- mit diesen Zutaten überzeugte der Stuttgarter Autor Andreas Eschbach bereits in seinem Thriller Das Jesus-Video. Sein Roman Eine Billion Dollar funktioniert nach dem gleichen Erfolgsrezept. Über fünf Jahre arbeitete Eschbach an dem Mammutwerk, las sich durch nahezu alle Standardwerke der Ökologie, Volkswirtschaft, Bevölkerungspolitik und Zukunftsforschung und sorgte dafür, dass selbst Details wie die New Yorker Wetterlage am 23. April 1995 stimmen. Das ist schön für jeden Genauigkeitsfanatiker, aber eine leichte Lesebremse für alle, denen es vor allem um eine gut erzählte Story geht. Denn sein Wissen will Eschbach natürlich unterbringen, was den Spannungsbogen mitunter durchhängen lässt und wie die mahnenden Worte eines zwar engagierten, aber doch etwas ehrpusseligen Studienrates herüberkommt. Doch wer auf der Suche nach einem Thriller ist, der nicht nur unterhält, sondern auch schlauer macht, ist bei Eschbach goldrichtig. --Beate Strobel -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.

Kurzbeschreibung
John Fontanelli, ein junger Amerikaner italienischer Herkunft, hat gerade seinen Job verloren und kann nicht einmal mehr seine Miete bezahlen. Da nimmt ein italienischer Anwalt mit ihm Kontakt auf und eröffnet ihm, dass er eine Erbschaft von einer Billion Dollar gemacht hat. Den Grundstein zu diesem Vermögen legte einer seiner Vorfahren vor über fünfhundert Jahren.
Eine Billion Dollar, eine unvorstellbare Summe - John kann es kaum fassen. Da erhält er den Anruf eines geheimnisvollen Fremden. Dieser behauptet zu wissen, was es wirklich mit dieser Erbschaft auf sich hat und dass John jetzt eine ganz bestimmte Mission zu erfüllen hat...

Der Autor über sein Buch
Ein Roman über Geld. Viel Geld. Über alles Geld der Welt.
Hätte einer Ihrer Vorfahren vor fünfhundert Jahren ein paar tausend Mark mit einem bescheidenen Zins für Sie angelegt, würden Sie heute ein unvorstellbar großes Vermögen erben, das einfach durch Zins und Zinseszins entstanden ist. Die Grundidee meines Romans ist, DASS DAS EINMAL JEMAND TATSÄCHLICH GETAN HAT. Doch es gibt einen Grund dafür: eine geheimnisvolle Vision, eine rätselvolle Propehezeiung. Der Held des Buches, über Nacht zum reichsten Mann aller Zeiten geworden, sieht sich konfrontiert mit der Frage, was Geld eigentlich in Wirklichkeit ist - und die Antworten darauf sind mehr als überraschend...

Umschlagtext
John Salvatore Fontanelli, Sohn eines armen New Yorker Schuhmachers italienischer Abstammung, erbt unerwartet ein Vermögen, das ein entfernter Vorfahr, ein florentinischer Kaufmann, im 16.Jahrhundert hinterlassen hat - ein Vermögen, das in fast 500 Jahren durch Zins und Zinseszins auf über eine Billion Dollar angewachsen ist!
Der Erbe dieses Vermögens, verheißt das Testament, werde einst der Menschheit die verlorener Zukunft wiedergeben... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.

Über den Autor
Andreas Eschbach, geboren 1959in Ulm, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Software-Entwickler. Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman, der 1995 erschien. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller Das Jesus Video (1998), der in der Taschenbuchausgabe zum Bestseller wurde. Andreas Eschbach lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart.

Auch dieses hier ist sehr aufschlußreich:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Geld regiert die Welt. Doch wie regiert es diese Welt? Bernard A. Lietaer, ausgewiesener Finanzexperte, zeigt die schlimmen Folgen des heutigen Finanzsystems auf: Armut und Umweltzerstörung. Doch es geht ihm nicht um Panikmache oder reißerische Enthüllungen. Er versucht mit Beispielen für Komplementärwährungen Wege aus der Sackgasse der derzeitigen Finanzordnung zu weisen. Mit Lietaer macht das ein Mann, der als Universitäts-Professor, Berater von Regierungen und Mitarbeiter der belgischen Nationalbank einen sehr guten Ruf besitzt.
Der Riemann-Verlag legt so in seiner Reihe One Earth Spirit wieder ein Buch vor, das -- fachlich fundiert -- überraschende Möglichkeiten der Veränderung aufzeigt, ja schon mit gelungenen Beispielen vorstellt. Lietaer geht nach einer Einführung (Geld -- Grundlage aller Möglichkeiten) im ersten Teil auf die Geschichte und die Gegenwart des Geldes ein. Er beendet ihn mit fünf Zukunftsszenarien, die er für möglich hält: sie reichen von Die Hölle auf Erden bis Nachhaltiger Wohlstand. Im zweiten Teil entwickelt er Währungen, die eine nachhaltige Entwicklung unserer Welt und damit den Wohlstand aller Menschen befördern. Hier konkretisiert er seine Idee der Komplementärwährung, das heißt die Einführung von Währungseinheiten wie Sozialstunden und Bonuspunkten parallel zu dem bereits bestehenden Währungssystem. Dessen Schwächen werden so ausgeglichen und eine neue Form der Entwicklung ermöglicht. Das sind keine leeren Gedankenblasen eines realitätsfernen Theoretikers -- Lietaer gelingt es vielmehr, mit zahlreichen Beispielen für seine Idee überzeugend zu werben. Und das ist vergnüglich zu lesen.

Fazit: Ein Buch für alle, denen die offenen Fragen des heutigen Finanzsystems am Herzen liegen. --Christian Frühwald

Kurzbeschreibung
Zwei Billionen Dollar fließen täglich zwischen den Währungen hin und her. Nur 2% davon dienen ihrem natürlichen Zweck, der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen. Die restlichen 98% sind Spekulationsgelder, die immer bedrohlichere Krisen auslösen. Der Top-Finanzfachmann Lietaer erläutert die Funktionsweise unseres Geldsystems, erklärt den Zins- und Zinseszins-Mechanismus und erläutert die Wirkung von Komplementärwährungen.




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