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Neues Thema
mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Die Gesellschaft >> Grundrechte erfordern Grundeinkommen

Thread-View:
1. DogInstinkt, 10.12, 14:37 (Start)  *
  2. Bodo, 11.12, 00:51 (1)  *

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Angezeigtes Thema: 'Grundrechte erfordern Grundeinkommen'
Beitrag Nummer 1 plus eine Antwort

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: DogInstinkt (Rang: Neuling)   Beiträge: 15
Mitglied seit: 20.07.2002
Geschrieben am: 10.12.2002 um 14:37 (1477 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
"Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei
zu wählen." Art.12, Abs.1,GG

"Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung
zulässig." Art.12, Abs.3,GG

Willkommen im großen Arbeitslager Deutschland ! Oder glaubt noch jemand, dass die Mehrheit der Erwerbstätigen hierzulande das, was sie tut, freiwillig tut und nicht, weil sie sonst kein Geld bekommt ? Freiwillig gezwungen ist auch gezwungen. Das mögen diejenigen, die so etwas wie ihren Traumjob gefunden haben und davon leben können, anders sehen. Doch sind sie sich bewusst, dass sie einer aussterbende, museumsreifen Art angehören ? Die meisten begnügen sich bei der Berufswahl mit der zweit-, der dritt-, der viertbesten Lösung, so sie überhaupt etwas finden. Die Kompromisse werden von Job zu Job fauler. Die Löhne tendieren Richtung Null-Lösung. Arbeit für Geld um des Geldes willen, weil ich es brauche und nicht anders bekomme, das ist Zwangsarbeit, somit ein klarer Verstoß gegen das Grundrecht auf freie Berufswahl. Nicht von ungefähr sieht man den Menschen auf der Straße die Unlust und Unzufriedenheit bei der täglichen Pflichterfüllung an. Angst, Druck und Stress hinterlassen ihre Spuren in den Gesichtern. Wie passt das zusammen mit den hehren Ansprüchen einer Gesellschaft, die sich auf dem Papier bescheinigt, von Grund auf freiheitlich-demokratisch zu sein ? Gemessen an diesen Ansprüchen sollte Arbeit keine Pflicht, kein Zwang, sondern ein frei gebräuchliches Recht sein. Das funktioniert nur über die Entkoppelung von Arbeit und Lebensunterhalt, also auf Basis eines Existenzgeldes. Erst so werde ich in die Lage versetzt, mir in Ruhe eine sinnvolle Beschäftigung auszusuchen, anstatt mich mit der nächstbesten Geldverdienstmöglichkeit abspeisen zu lassen.

Arbeitszwang spottet nicht nur dem Grundrecht auf freie Berufswahl. Er tastet die Würde des Menschen an, er fördert Ungleichheit, weil ihm ausreichend Vermögende nicht ausgesetzt sind und er macht in höchstem Maße unfrei. Er ist in keinster Weise grundrechtskompatibel. Ohne Befreiung vom Arbeitszwang sind die Grundrechte nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt stehen. Somit machen sie die Einführung eines Grundeinkommens zwingend erforderlich. Die ewige Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, macht die Beschäftigten erpressbar. Sie nehmen Lohnverzicht, schlechte Arbeitsbedingungen und Tätigkeiten, die ihnen nicht liegen, in Kauf. Eine Gesellschaft, die sich frei und offen schimpft, deren Ideologen (ach so verlogen) keine Gelegenheit auslassen, uns großartige Vorträge über Freiheit zu halten, sollte erhaben sein über derart faschistoid anmutende Zwangsmechanismen. Sie ist es nicht und das zeigt ihr großes Manko, ihre Unreife.

Demokratisches Bewusstsein erfreut sich keiner großen Verbreitung. Es reicht nicht, dass man auf dem Wahlzettel regelmäßig sein Kreuzchen macht. Die Grundrechte sollten im Alltagsleben spürbar sein und keinen Platz lassen für autoritäres, ausgrenzendes, rechtes Gedankengut. Solange letzteres den Ton angibt, gelangt Demokratie nicht über das Dasein eines Papiertigers hinaus. Vor allem hinsichtlich des Begriffes der Arbeit. Eine vernünftige Auseinandersetzung mit ihm, wie sie einer demokratisch mündigen Gesellschaft würdig wäre, hat bislang nicht stattgefunden. Was ist Arbeit, was soll sie sein, wem dient sie? Die öffentliche Diskussion weicht diesen Fragen beharrlich aus. Sie bleibt der einseitigen, religiösen Verherrlichung der Zwangsarbeit verhaftet. Anstatt die Menschen über das Ende der Lohnarbeit aufzuklären, bedient man die puritanische Arbeitsmoral, die in Form von Zwangsneurosen und Wahnvorstellungen ihr Unwesen in den Köpfen treibt.

"Ich muss arbeiten, denn sonst bin ich nichts wert", lautet das puritanische Glaubensbekenntnis. Vor ihm wird jeder als "faul" gebrandmarkt, der nicht den Eindruck erweckt, sich bei der täglichen Pflichterfüllung genügend aufzureiben. Darunter fallen bereits die, denen die Arbeit leicht fällt, weil sie ihnen Spaß macht, sie dementsprechend entspannt und unverbraucht wirken. Der Arbeitsethos ist nicht nur unsinnig, er ist menschenverachtend. Er gehört durchbrochen, damit endlich ein Wertewandel hin zu den auf dem Papier verbürgten Rechten stattfinden kann. Und das bewerkstelligt sich nur durch ein existenziell sicherndes Grundeinkommen für alle. Somit ist ein Existenzgeld nicht nur ein sinnvolles Zukunftsmodell, sondern eine demokratische Notwendigkeit. Sowohl subjektiv (was die Vorstellungen in den Köpfen betrifft), als auch objektiv (was die tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere die Arbeitswelt, angeht). Fällt jemandem eine bessere, vernünftigere Lösung für das soziale Dilemma ein? Die herrschende Arbeitsreligion führt uns jedenfalls nicht ins gelobte Land. Es sei denn, dort regierten Elend und Unvernunft.

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Antworten:
Von: Bodo (Rang: Moderator)   Beiträge: 2722
Mitglied seit: 13.01.2002
Geschrieben am: 11.12.2002 um 00:51 (1909 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Hi

Am 2002-12-10 14:37 hat DogInstinkt geschrieben:

Willkommen im großen Arbeitslager Deutschland ! Oder glaubt noch jemand, dass die Mehrheit der Erwerbstätigen hierzulande das, was sie tut, freiwillig tut und nicht, weil sie sonst kein Geld bekommt ? Freiwillig gezwungen ist auch gezwungen. Das mögen diejenigen, die so etwas wie ihren Traumjob gefunden haben und davon leben können, anders sehen. Doch sind sie sich bewusst, dass sie einer aussterbende, museumsreifen Art angehören ? Die meisten begnügen sich bei der Berufswahl mit der zweit-, der dritt-, der viertbesten Lösung, so sie überhaupt etwas finden. Die Kompromisse werden von Job zu Job fauler. Die Löhne tendieren Richtung Null-Lösung. Arbeit für Geld um des Geldes willen, weil ich es brauche und nicht anders bekomme, das ist Zwangsarbeit, somit ein klarer Verstoß gegen das Grundrecht auf freie Berufswahl....

Arbeitszwang spottet nicht nur dem Grundrecht auf freie Berufswahl. Er tastet die Würde des Menschen an, er fördert Ungleichheit, weil ihm ausreichend Vermögende nicht ausgesetzt sind und er macht in höchstem Maße unfrei. Er ist in keinster Weise grundrechtskompatibel. Ohne Befreiung vom Arbeitszwang sind die Grundrechte nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt stehen. Somit machen sie die Einführung eines Grundeinkommens zwingend erforderlich.

Deinen Einsatz für die zu kurz gekommenen in Ehren, aber unsere Volkswirtschaft funktioniert nun mal nicht, wenn nur die Arbeiten, die unbedingt wollen. Es genügt nicht, das Vorhandene zu verteilen, sondern das zuVverteilende muss auch irgendwoher kommen. Die, die arbeiten, finanzieren die, die nicht arbeiten. Arbeitet keiner, verhungern alle.
Eine Grundgehalt für alle? Das haben wir eigentlich mit der Sozialhilfe. Findest Du diese fürs Nichtstun zu gering? Wir können Sie natürlich auch verdoppelt - dann zahlen die Berufstätigen halt noch mal 20Mrd mehr Steuern und die Industrie sorgt durch Rationalisierung dafür, daß noch mal 500.000 mehr zuhause sitzen.

_________________
Seelig sind die, die da arm an Geist sind, denn sie werden sich Christlich Soziale Union nennen.

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