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Forum: Die Gesellschaft
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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Die Gesellschaft >> Das Kapital oder Hartzer Auge, sei wachsam !

Thread-View:
1. DogInstinkt, 21.07, 20:10 (Start)  *
  2. revolutionsound, 21.07, 22:48 (1)  *
  3. DogInstinkt, 07.08, 15:44 (1)  *
    4. revolutionsound, 09.08, 22:03 (3) 

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Angezeigtes Thema: 'Das Kapital oder Hartzer Auge, sei wachsam !'
Beitrag Nummer 1 plus 2 Antworten

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: DogInstinkt (Rang: Neuling)   Beiträge: 15
Mitglied seit: 20.07.2002
Geschrieben am: 21.07.2002 um 20:10 (1750 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Das Auge des VW-Managers Hartz hat die Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger in Deutschland entdeckt. Was für ein Manko ? In einem so reichen Industrieland wie Deutschland ca. 4 Millionen Arbeitslose ? Das ist doch ein Markt, eine Goldgrube für jeden, der es versteht, diesen Markt für sich vorteilhaft auszubeuten ! Herr Hartz und seine Kommission haben einige Ideen, wie man das anstellen kann.

Arbeitslose sind ein Kapital, das arbeiten soll. Das Angebot mit ca. 4 Millionen enorm (Grauzone ca. 6 Millionen, laut jahrelanger Statistikfälscher-erfahrungen liegen wir Gott sei Dank heute bei real 3,9 Millionen ?), nur die Nachfrage ist gering. Die logische Konsequenz ist, den Markt mit Hilfe staatlicher Lenkung wieder auf die richtige Schiene zu bringen, dann läuft das ganze wie von selbst.

Also, schmeißen wir Arbeits- und Sozialamt zum Jobcenter zusammen, Arbeitslose werden automatisch Leibeigene in Form von Angestellten des Jobcenters und rotationsartige, zeitlich begrenzte Ausleihartikel für alle zumutbaren und unzumutbaren Beschäftigungen, Arbeiten für`n Appel und ein Ei, Qualifikation egal. Bundesweiter Einsatz mit dem Hintergrund der kostenlosen Weiterbildung in Geografie und Erweiterung der Sprachkenntnisse. Wer Deutschland kennt, kennt die Welt. Wer sich weigert, dem wird das Geld gestrichen. Die Peitsche für den arbeitslosen Angestellten, das Zuckerbrot für die Unternehmer als Ausleiher. Wer sich Arbeitslose - je nach vorangegangener Dauer der Arbeitslosigkeit - ausleiht, kann schon heute bis zu 80 % der Lohnkosten vom Arbeitsamt kassieren. Wie viel wird es in Zukunft sein ? Auf jeden Fall immer noch ein lukratives Subventionsgeschäft für den Unternehmer als Ausbeuter, ein bodenloser Mißbrauch der Arbeitslosenversicherung als Solidarprinzip bei Eintritt der Arbeitslosigkeit des einzelnen Individuums, um seine Existenz bis zur Wiederaufnahme einer Tätigkeit finanziell zu sichern.

Wenn dieses Prinzip der künstlich geschaffenen Dumping-Sklavenarbeitsplätze Schule macht, ist die Frage nach der Vernichtung von bereits existierenden Arbeitsplätzen nicht fern. Welcher Unternehmer wird einen arbeitslosen Zeitausgeliehenen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen, wenn er sich x-beliebig neue Leibeigene aus den Reihen der Angestellten des Jobcenters mit den gleichen vorteilhaften Konditionen rekrutieren kann ? Wo sind neue Arbeitsplätze bei diesen horrenten Lohnzuschüssen entstanden oder werden entstehen ?

Falls das Rotationsprinzip der zeitweise Ausleihe nicht funktioniert, setzt die Scheinselbständigkeit ein. Nichts Neues, seit Jahren gibt es schon Förderprogramme für sich selbständig machende. Was haben die bis heute gebracht ? Der arbeitslose Angestellte kann sich selbständig machen, so scheint es. Sein Vertrag mit dem Jobcenter endet und der Weg zur nächsten Bank ist frei. Es wird sich mit Sicherheit eine kluge Bank finden, die den hohen Risikofaktor "keine Sicherheiten vorhanden" am Kapitalmarkt gewinnbringend umsetzt und sei es beim Finanzamt der geplatzte Kredit, der als Verlust zu 100 % steuermindernd abgesetzt werden kann. Der geplatzte Scheinselbständige hat nichts zum Absetzen, außer sich selbst im nächsten Jobcenter und die Mühle mahlt von neuem.

Die Beweislast über die Zumutbarkeit einer Tätigkeit liegt in Zukunft beim arbeits- und rechtlosen Angestellten. Vielleicht putzt ein Diplom-Ingenieur Pissoirs, Ärzte und Krankenschwestern ersetzen polnische Erntehelfer in der Landwirtschaft, Akademiker setzen als Zivilstreife die Landeshundeverordnungen durch und garantieren Leinen- und Maulkorbzwang für Hund und Halter, ausrangierte Politiker vernichten Wohlstandsmüll in spendenskandalumwitterten Müllverbrennungsanlagen (die Zumutbarkeit der Tätigkeit wird nicht in Frage gestellt), da sie wegen ihrer äußerst hervorragenden Qualitäten - Händchen auf, alles in den Ofen rein, Beweise für Schweinereien legal und diskret entsorgt - besonders geschätzt werden. Die Jobcenter sind zuversichtlich, den überdurchschnittlich hohen Bedarf nach der Wahl befriedigen zu können.

Wer nach längerer Zeit immer noch nicht vor den Augen ausleihender Unternehmer Gnade und einen Job findet, wird sich dann mit einem Sozialgeld begnügen. Heute ist es so, das für Sozialhilfeempfänger keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden und somit auch keine Rentenansprüche bestehen. Wird es mit dem Sozialgeld auch so sein ?

Stellen Sie sich vor, Sie sind über 50, haben 30 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und ihren Job durch Firmenpleite verloren (aktuelles Beispiel Photo Porst). Die Aussicht auf Vermittlung eines Jobs, denn heute gilt man ja schon mit 35 als zu alt für Unternehmer, sind gleich Null. Sie erhalten Sozialgeld, aber Rentenbeiträge werden nicht abgeführt. Das werden Sie dann wohl selbst tun, wenn Sie es sich bei der Höhe des Sozialgeldes leisten können. Wie wird Ihre Altersrente mit 65 aussehen ? Auch hier hat Vater Staat die richtige, eigenverantwortliche Lösung parat - auf staatlich geförderte Riesterrente vertrauen, auf Sand bauen.

Wer wird sich an diesen Kostendämpfungen gesundstoßen ? Der Staat, der sich aus seiner sozialen Verantwortung für den Bürger stiehlt ? Der Großunternehmer, dem die Lohnkosten für ausgeliehene Arbeitslose in den Rachen geworfen werden und der seine soziale Verantwortung für die Gemeinschaft schon seit Jahrzehnten beim Pförtner abgegeben hat ? Wer zahlt denn die meisten Steuern in Deutschland ? Die kleinen Bürger, kleine und mittelständische Unternehmen.

Kleiner Trost am Rande, als Sozialhilfeempfänger werden Sie schon heute als Privatpatient behandelt.

Als arbeitsloser Angestellter des Jobcenters haben Sie einen Anspruch, den Ihnen keiner streitig machen kann, das Chippen. Die Chipkarte, das kleine, niedliche Teilchen, auf denen all Ihre persönlichen und unpersönlichen Daten gespeichert sind und die Sie bitte stets bei sich tragen und jedem zeigen, der sie verlangt. Somit ist die Transparenz des Individuums für das Jobcenter chipklar gewährleistet und die Frage nach Datenschutz stellt sich nicht

Vielleicht kann bei all diesem revolutionären Gedankengut endlich eine Ungerechtigkeit, die seit vielen Jahrzehnten gegenüber Arbeitslosen besteht, abgebaut werden, nämlich die widerrechtliche Erhebung und Abführung von Kirchensteuer nicht kirchlich gebundener Arbeitsloser. Was mit diesen Geldern passiert, ist bis heute unklar. Kann es sein, daß es nach Kirchensteuerspendenskandal riecht ?

Nur ein kleiner, kommentierter Auszug aus dem Ideenkatalog des Herrn Hartz "Arbeitslose als Kapitalmarktmacht". Wie hätte es auch anders sein können ? Herr Hartz als Vorsitzender der Kommission ist ein Vertreter des Großkapitals und bei der Höhe seiner Bezüge wird er mit Sicherheit nicht in den Genuß dieser Hirngespinste und deren Folgen kommen. Nach dem Motto "kleines Arschloch mach den Buckel krumm, schufte still und leide stumm".

Die spanischen Arbeitnehmer sind dieses Problem - geplante Kürzung der Arbeitslosenansprüche durch die Regierung - mit landesweitem Generalstreik angegangen. Falls das Thema immer noch nicht vom Tisch ist, wird sich Spanien auf noch viele landesweite Generalstreiks freuen können, die Spanier lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen, sie sind ein sehr streikbares Völkchen. In Deutschland ist darüber wenig berichtet worden. Aus gutem Grund, stellen Sie sich mal vor, in Deutschland wäre landesweiter Generalstreik ? Ja, was dann ?

Jeder Wähler von heute kann der Arbeitslose von morgen sein. Viel Spaß dann beim Spiel "im Jobcenter gibt`s offene Stellen und jeder kann frei wählen". Wir sehen uns.


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Antworten:
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 21.07.2002 um 22:48 (2186 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Am 2002-07-21 20:10 hat DogInstinkt geschrieben:

Das Auge des VW-Managers Hartz hat die Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger in Deutschland entdeckt. Was für ein Manko ? In einem so reichen Industrieland wie Deutschland ca. 4 Millionen Arbeitslose ? Das ist doch ein Markt, eine Goldgrube für jeden, der es versteht, diesen Markt für sich vorteilhaft auszubeuten ! Herr Hartz und seine Kommission haben einige Ideen, wie man das anstellen kann.

Wahrscheinlich ist Herr Hartz nicht auf die Idee gekommen, dass Managergehälter schlanker sein sollten?! Nun ja, selbst an den Gehältern des Telekomvorstandes wurde noch erst kürzlich geschraubt.

Arbeitslose sind ein Kapital, das arbeiten soll. Das Angebot mit ca. 4 Millionen enorm (Grauzone ca. 6 Millionen, laut jahrelanger Statistikfälscher-erfahrungen liegen wir Gott sei Dank heute bei real 3,9 Millionen ?), nur die Nachfrage ist gering. Die logische Konsequenz ist, den Markt mit Hilfe staatlicher Lenkung wieder auf die richtige Schiene zu bringen, dann läuft das ganze wie von selbst.

Der Staat sind doch eigentlich wir. Und wir sollen gelenkt werden.

Also, schmeißen wir Arbeits- und Sozialamt zum Jobcenter zusammen, Arbeitslose werden automatisch Leibeigene in Form von Angestellten des Jobcenters und rotationsartige, zeitlich begrenzte Ausleihartikel für alle zumutbaren und unzumutbaren Beschäftigungen, Arbeiten für`n Appel und ein Ei, Qualifikation egal. Bundesweiter Einsatz mit dem Hintergrund der kostenlosen Weiterbildung in Geografie und Erweiterung der Sprachkenntnisse. Wer Deutschland kennt, kennt die Welt. Wer sich weigert, dem wird das Geld gestrichen. Die Peitsche für den arbeitslosen Angestellten, das Zuckerbrot für die Unternehmer als Ausleiher. Wer sich Arbeitslose - je nach vorangegangener Dauer der Arbeitslosigkeit - ausleiht, kann schon heute bis zu 80 % der Lohnkosten vom Arbeitsamt kassieren. Wie viel wird es in Zukunft sein ? Auf jeden Fall immer noch ein lukratives Subventionsgeschäft für den Unternehmer als Ausbeuter, ein bodenloser Mißbrauch der Arbeitslosenversicherung als Solidarprinzip bei Eintritt der Arbeitslosigkeit des einzelnen Individuums, um seine Existenz bis zur Wiederaufnahme einer Tätigkeit finanziell zu sichern.

Und dann noch gleichzeitig der Teuro. Das ist ja Armutssicherung!

Wenn dieses Prinzip der künstlich geschaffenen Dumping-Sklavenarbeitsplätze Schule macht, ist die Frage nach der Vernichtung von bereits existierenden Arbeitsplätzen nicht fern. Welcher Unternehmer wird einen arbeitslosen Zeitausgeliehenen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen, wenn er sich x-beliebig neue Leibeigene aus den Reihen der Angestellten des Jobcenters mit den gleichen vorteilhaften Konditionen rekrutieren kann ? Wo sind neue Arbeitsplätze bei diesen horrenten Lohnzuschüssen entstanden oder werden entstehen ?

Der Staat greift also zu dem Mittel Arbeitsbeschaffungsmassnahme. Es sieht nur etwas anders aus als in vielen Beispielen der Geschichte zuvor.
Und ausserdem ist es eine interessante Taktik: erst der Stellenabbau mit dem Vorwand der Wirtschaftlichkeit, dann die Pauschallösung der Dumping-Arbeitsplätze: so etwas nenne ich mittelfristige Politik.

Falls das Rotationsprinzip der zeitweise Ausleihe nicht funktioniert, setzt die Scheinselbständigkeit ein. Nichts Neues, seit Jahren gibt es schon Förderprogramme für sich selbständig machende. Was haben die bis heute gebracht ? Der arbeitslose Angestellte kann sich selbständig machen, so scheint es. Sein Vertrag mit dem Jobcenter endet und der Weg zur nächsten Bank ist frei. Es wird sich mit Sicherheit eine kluge Bank finden, die den hohen Risikofaktor "keine Sicherheiten vorhanden" am Kapitalmarkt gewinnbringend umsetzt und sei es beim Finanzamt der geplatzte Kredit, der als Verlust zu 100 % steuermindernd abgesetzt werden kann. Der geplatzte Scheinselbständige hat nichts zum Absetzen, außer sich selbst im nächsten Jobcenter und die Mühle mahlt von neuem.

Da hast Du die Mühle bestens enttarnt.

Die Beweislast über die Zumutbarkeit einer Tätigkeit liegt in Zukunft beim arbeits- und rechtlosen Angestellten. Vielleicht putzt ein Diplom-Ingenieur Pissoirs, Ärzte und Krankenschwestern ersetzen polnische Erntehelfer in der Landwirtschaft, Akademiker setzen als Zivilstreife die Landeshundeverordnungen durch und garantieren Leinen- und Maulkorbzwang für Hund und Halter, ausrangierte Politiker vernichten Wohlstandsmüll in spendenskandalumwitterten Müllverbrennungsanlagen (die Zumutbarkeit der Tätigkeit wird nicht in Frage gestellt), da sie wegen ihrer äußerst hervorragenden Qualitäten - Händchen auf, alles in den Ofen rein, Beweise für Schweinereien legal und diskret entsorgt - besonders geschätzt werden. Die Jobcenter sind zuversichtlich, den überdurchschnittlich hohen Bedarf nach der Wahl befriedigen zu können.

Der Bildungsweg verkommt zur Zeitverschwendung der persönlichen Geschichte. Der Arbeitsmarkt verhilft den Betroffenen zur Ohnmacht.

Wer nach längerer Zeit immer noch nicht vor den Augen ausleihender Unternehmer Gnade und einen Job findet, wird sich dann mit einem Sozialgeld begnügen. Heute ist es so, das für Sozialhilfeempfänger keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden und somit auch keine Rentenansprüche bestehen. Wird es mit dem Sozialgeld auch so sein ?

Was zeigt uns der Bevölkerungsbaum? Die Rentenauszahlungen werden nach Fortführung bestehender Tendenzen ohnehin dürftig. Es ist angesichts des Verlaufes der Geschichte ein Phänomen des Irrsinns, mit welcher Selbstverständlichkeit dem 'Kunden' die Sicherheit in der Zukunft aufgeschwatzt wird.

Stellen Sie sich vor, Sie sind über 50, haben 30 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und ihren Job durch Firmenpleite verloren (aktuelles Beispiel Photo Porst). Die Aussicht auf Vermittlung eines Jobs, denn heute gilt man ja schon mit 35 als zu alt für Unternehmer, sind gleich Null. Sie erhalten Sozialgeld, aber Rentenbeiträge werden nicht abgeführt. Das werden Sie dann wohl selbst tun, wenn Sie es sich bei der Höhe des Sozialgeldes leisten können. Wie wird Ihre Altersrente mit 65 aussehen ? Auch hier hat Vater Staat die richtige, eigenverantwortliche Lösung parat - auf staatlich geförderte Riesterrente vertrauen, auf Sand bauen.

Die 'Sprecher' tun so, als ob sie die Zukunft von 30 Jahren ausmalen könnten. Die Riester-Sicherheit ist Humbug.

Wer wird sich an diesen Kostendämpfungen gesundstoßen ? Der Staat, der sich aus seiner sozialen Verantwortung für den Bürger stiehlt ? Der Großunternehmer, dem die Lohnkosten für ausgeliehene Arbeitslose in den Rachen geworfen werden und der seine soziale Verantwortung für die Gemeinschaft schon seit Jahrzehnten beim Pförtner abgegeben hat ? Wer zahlt denn die meisten Steuern in Deutschland ? Die kleinen Bürger, kleine und mittelständische Unternehmen.

Also brauchen wir noch nicht einmal den Fakt einer staatlich gelenkten Billigjobbörse, um dahinterzukommen, dass die BürgerInnen gewissermassen schon 'versklavt' sind.

Kleiner Trost am Rande, als Sozialhilfeempfänger werden Sie schon heute als Privatpatient behandelt.

Das Leben kennt viele Paradoxe.

Als arbeitsloser Angestellter des Jobcenters haben Sie einen Anspruch, den Ihnen keiner streitig machen kann, das Chippen. Die Chipkarte, das kleine, niedliche Teilchen, auf denen all Ihre persönlichen und unpersönlichen Daten gespeichert sind und die Sie bitte stets bei sich tragen und jedem zeigen, der sie verlangt. Somit ist die Transparenz des Individuums für das Jobcenter chipklar gewährleistet und die Frage nach Datenschutz stellt sich nicht

Man fädelt Probleme ein - und will sie dann durch Kontrolle in den Griff bekommen. Big Brother ist bei uns von vornherein abgelehnt.

Vielleicht kann bei all diesem revolutionären Gedankengut endlich eine Ungerechtigkeit, die seit vielen Jahrzehnten gegenüber Arbeitslosen besteht, abgebaut werden, nämlich die widerrechtliche Erhebung und Abführung von Kirchensteuer nicht kirchlich gebundener Arbeitsloser. Was mit diesen Geldern passiert, ist bis heute unklar. Kann es sein, daß es nach Kirchensteuerspendenskandal riecht ?

Wer/Was in der Kirche u.a. alles bezahlt wird, zeigt immer wieder aufs Neue die Aufdeckung von Kindesmissbrauch von Geistlichen (zum Ärger auch derjenigen Geistlichen, die wirklich gute Absichten haben). In der Kirche wird von oben viel Tatbestand gedeckt.

Nur ein kleiner, kommentierter Auszug aus dem Ideenkatalog des Herrn Hartz "Arbeitslose als Kapitalmarktmacht". Wie hätte es auch anders sein können ? Herr Hartz als Vorsitzender der Kommission ist ein Vertreter des Großkapitals und bei der Höhe seiner Bezüge wird er mit Sicherheit nicht in den Genuß dieser Hirngespinste und deren Folgen kommen. Nach dem Motto "kleines Arschloch mach den Buckel krumm, schufte still und leide stumm".

Da hat er sich wohl vergaloppiert.

Die spanischen Arbeitnehmer sind dieses Problem - geplante Kürzung der Arbeitslosenansprüche durch die Regierung - mit landesweitem Generalstreik angegangen. Falls das Thema immer noch nicht vom Tisch ist, wird sich Spanien auf noch viele landesweite Generalstreiks freuen können, die Spanier lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen, sie sind ein sehr streikbares Völkchen. In Deutschland ist darüber wenig berichtet worden. Aus gutem Grund, stellen Sie sich mal vor, in Deutschland wäre landesweiter Generalstreik ? Ja, was dann ?

Oder gar Steuerstreik? Was dann!?

Jeder Wähler von heute kann der Arbeitslose von morgen sein. Viel Spaß dann beim Spiel "im Jobcenter gibt`s offene Stellen und jeder kann frei wählen". Wir sehen uns.

Also hier mein Kreuzchen gegen die Jobcenter: X

Der Bürger ist sozialer als sein Staat.



_________________
Wir leben nicht, wir werden gelebt.

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Von: DogInstinkt (Rang: Neuling)   Beiträge: 15
Mitglied seit: 20.07.2002
Geschrieben am: 07.08.2002 um 15:44 (2166 mal angezeigt)   ( 2. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Hartz, aber herzlich

Bei den Themen "Arbeit" und "Arbeitslosigkeit" scheint einem nicht geringen Teil der Bevölkerung das logische Denken abhanden zu kommen. Zumindest legt das Ergebnis einer im Auftrag des "Kölner Stadt-Anzeiger" und der ARD/"Bericht aus Berlin" von "infratest dimap" durchgeführte Umfrage zu den Reform-Vorschlägen der "Hartz- Kommission" hinsichtlich der Arbeitsvermittlung diesen Schluss nahe.

Danach befürworteten immerhin 67% aller Befragten die Einrichtung sog. "Personal-Service- Agenturen", die den Arbeitsämtern angegliedert werden sollen. Über diese Agenturen will man Arbeitslose auf Leihbasis an Firmen verschachern. Mit dem Vorschlag zur Senkung der Zumutbarkeitsgrenze erklärten sich 63 % einverstanden. Er sieht vor, dass ledige und jüngere Arbeitslose umziehen müssen, wenn ihnen in einer anderen Stadt ein Arbeitsplatz angeboten wird.
Zum Closett-Tieftauchen darf es dann auch zum Arsch der Welt gehen. Ansonsten droht Kürzung des Arbeitslosengeldes.
Festzuhalten bleibt: Eine recht deutliche Mehrheit der Befragten ist für das Ausüben noch größeren Drucks auf Arbeitslose sowie die staatlich geförderte Abzocke durch Leiharbeitsfirmen auf Kosten der Betroffenen. So weit, so unschön.
Doch jetzt kommt der Hammer: Auf die Frage hin, ob eine Umsetzung der Vorschläge einen Rückgang der Arbeitslosenzahl bewirke, meinten 74%, diese würde dadurch weniger stark oder gar nicht sinken. Fast drei Viertel fanden also, dass das Ganze praktisch nichts bringt. Warum aber dann die mehrheitliche Befürwortung der Zeitarbeitsabzocke und der stärkeren Drangsalierung der Betroffenen?
Hier passt etwas nicht zusammen. Oder sollen Menschen ohne Erwerb neuerdings trotz fehlender Arbeitsplätze ihren Willen zur Arbeit demonstrieren, damit man ihnen das Essen auf dem Teller gönnt? Allmählich ist es genug mit den neurotischen Hirngespinsten der Zwangsarbeits-Moral. Querkopf empfiehlt: Augen auf und Hirn einschalten!

Hirnverbrennungs-Löschkommando

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