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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Politik Aktuell >> Massaker in Afghanistan

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1. revolutionsound, 27.06, 11:01 (Start)  *
  2. revolutionsound, 03.09, 23:26 (1)  *
    3. revolutionsound, 20.12, 21:25 (2) 

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Angezeigtes Thema: 'Massaker in Afghanistan'
Beitrag Nummer 1 plus eine Antwort

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 27.06.2002 um 11:01 (1248 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Nachdem ein Dokumentarfilmer Zeugenaussagen über angebliche Massaker an mehreren tausend Taliban-Gefangenen in Afghanistan präsentierte, wollen nun Abgeordnete des Europäischen Parlaments das angebliche Massengrab ausfindig machen.

Weiter heisst es im Bericht im Bericht auf spiegel.de: Schon vor zwei Wochen hatte der irische Fernsehjournalist Jamie Doran, der auch für die BBC arbeitet, den Vorwurf erhoben, dass Kämpfer der afghanischen Nordallianz im November 2001 unter den Augen von US-Kommandeuren ein Massaker an 3000 gefangenen Taliban-Kämpfern begangen hätten. In seiner auf Initiative der PDS-Fraktion im Bundestag vorgeführten Filmdokumentation hatten mehrere Zeugen berichtet, dass die Gefangenen in der Region von Mazar-i-Scharif im Beisein von US-Soldaten hingerichtet worden sein sollen.

Quelle: Massaker Vorwurf
Pentagon reagierte schlichtweg mit Dementierung. ai warnte vor Nichtberücksichtigung des Berichtes (Unterschlagung).

In einem weiteren Artikel heisst es u.a.: Einer der Soldaten berichtete, dass er selbst beobachtet habe, wie ein amerikanischer Soldat Gefangenen des Genick gebrochen habe und eine säureähnliche Flüssigkeit über den Kopf goss. "Sie machten, was sie wollten, wir konnten sie nicht davon abhalten", berichtete der Zeuge, dessen Name im Film nicht genannt wird. Außerdem hätten sie Gefangenen nicht nur Haare und Bärte abgeschnitten, sondern auch Finger und Zunge.

und weiter: So seien jeweils bis zu 200 Gefangene in luftdichte Container gepfercht worden und drohten darin in der Hitze zu ersticken. Daraufhin hätten Soldaten Löcher in die Container geschossen ohne Rücksicht darauf, dass dabei auch Personen im Innern getroffen wurden. Mehrere hundert vermeintliche Taliban-Kämpfer seien auch zu einem entlegenen Ort in die Wüste gefahren worden, wo sie "im Beisein von 30 bis 40 amerikanischen Soldaten" erschossen worden seien.

Quelle: Afghanistan: Dokument

Es wird eine Untersuchung vorgeschlagen, insbesondere durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist jedoch selbst an der Misere in Afghanistan nicht im Geringsten unbeteiligt:
Zur Politik des IKRK in Afghanistan

Eine weitere Verfolgung der Fakten ist essentiell. Was wisst ihr über die Vorgänge?

(Ich werde mir erlauben, diesen Bericht auch als Artikel zu verfassen.)

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Antworten:
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 03.09.2002 um 23:26 (1661 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Die Entscheidung für den Krieg war die Entscheidung für Menschenverbrechen. Die Aggressoren tragen die Verantwortung.

Ausschnitte aus einer genauen Darstellung des Hergangs Massakers (der ganze Bericht ist bei http://www.rawa-germany.de zu lesen: Der Todeskonvoi von Afghanistan):

Berichte von Zeugen und Erkundungen eines Massengrabes deuten auf Kriegs-verbrechen hin. Tragen die Vereinigten Staaten irgendwelche Verantwortung für die Gräueltaten ihrer Alliierten?

Als Bill Haglund über die Mondlandschaft von Dasht-e Leili stapfte, eine trostlose Weite von flachem Hügelland im nördlichen Afghanistan, nahm er Spuren wahr, die halb vom grau-beigen Sand begraben waren. Ketten von Gebetsperlen, ein wollenes Käppchen, ein paar Schuhe. Diese Überbleibsel, zusammen mit Fahrspuren und Bodenschrammen die von einem Bulldozer herrührten legten nahe, dass Haglund gefunden hatte, was er suchte. Dann stieß er auf ein menschliches Schienbein, Knochen von drei Becken und einige Rippen.

Massengräber sind nicht immer leicht zu entdecken, obwohl geübte Ermittler die Anzeichen kennen. "Man sucht nach Unregelmäßigkeiten der Erdoberfläche, Unterschieden in der Vegetation, Flächen, die mit Maschinen bearbeitet wurden" sagt Haglund, ein Gerichtsmediziner und Pionier im Bereich der "Menschenrechts-Archäologie". Bei Dasht-e Leili, mit dem Auto in 15 Minuten vom Gefängnis der Nord-Allianz in Sheberghan aus zu erreichen, hatten aas-fressende Tiere den Beweis ans Tageslicht gebracht. Einige der angenagten Knochen waren alt und ausgebleicht, aber andere waren von Leichen, die vor so kurzer Zeit begraben worden waren, dass immer noch Gewebe an ihnen hing. Der Bereich, in dem Bulldozer tätig gewesen waren - ungefähr 1 Morgen groß - ließ Beerdigungen in großem Stil vermuten. Ein vereinzelter Operationshandschuh erweckte gleichfalls Haglunds Aufmerksamkeit. Solche Handschuhe werden oft von Leuten benutzt, die mit Leichen umgehen und Haglund dachte, sie könnten ein Beweismittel darstellen dafür, dass zumindest "ansatzweise geplant" vorgegangen worden war.

Haglund war in Dasht-e Leili nicht auf Grund einer bloßen blassen Ahnung. Im Januar hatten zwei Ermittler der "Ärzte für Menschenrechte" (PHR), die ihren Sitz in Boston hat, es durch Überredung geschafft, ins nahegelegene Gefängnis in Sheberghan zu gelangen. Was sie sahen schockierte sie. Mehr als 3.000 gefangene Taliban - die sich den siegreichen Kräften der Nordallianz beim Fall von Konduz Ende November ergeben hatten - waren krank und hungernd zusammengepfercht in einer Anlage, die nur Platz bot für 800. Der Gefängniskommandant der Nordallianz gab zu, dass es sich um Bedingungen eines Totenhauses handelte, verteidigte sich aber damit, dass er kein Geld habe. Er bat die PHR dringend Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter zu senden und die Vereinten Nationen aufzufordern, einen Brunnen zu bohren, damit die Gefangenen unverseuchtes Wasser zu trinken hätten.

Aber die Gefangenen erzählten noch schrecklichere Geschichten. Wie entsetzlich auch immer ihre Lebensbedingungen waren, waren sie doch die Glücklichen. Sie lebten. Viele hunderte ihrer Kameraden, erzählten sie, waren auf der Fahrt von Konduz nach Sheberghan dadurch getötet worden, dass sie in versiegelte Container gepfercht worden waren und dort erstickten. Örtliche Hilfskräfte und afghanische Beamte bestätigten im Geheimen, dass sie dieselben Geschichten gehört hatten. Sie bestätigten auch hartnäckige Gerüchte über die Beseitigung von vielen der Toten in Massengräbern bei Dasht-e Leili.

(...)

Die enge Verbindung amerikanischer Soldaten mit General Dostum kann eine Untersuchung nur um so heikler machen. "Die Frage, die niemand diskutieren will, ist die Verwicklung amerikanischer Streitkräfte", sagt Jennifer Leaning, Professorin an der Harvard Universität für Öffentliche Gesundheit und einer der beiden Ermittler der "Ärzte für Menschenrechte", die nach Sheberghan vordrangen. "US Streitkräfte waren zu dieser Zeit in der Gegend. Was wussten die Amerikaner und wann und wo und was taten sie in diesem Zusammenhang?"

(...)

Möglicherweise wurde den Gefangenen ihr Schicksal bewusst. "Tod durch Container" war ein billiges Mittel für Massenmorde, das sowohl von den Taliban als auch der Nordallianz mindestens fünf Jahre lang benutzt wurde. Verlassene Frachtcontainer - internationale Standartgröße ca. 12 m auf 2,50 m auf 2,50 m verschandeln die Straßen Afghanistans, rostende Erinnerungen der vielen Tonnen von Hilfsgütern, die in den letzten 20 Jahren in das Land geflossen sind. Wie man sagt war es ein brutaler usbekischer General namens Malik Pahlawan, der 1997 als erster die Eignung der Container als Tötungsmaschine erkannte. Nachdem ein Angriff der Taliban auf Mazar-e Sharif zurückgeschlagen worden war tötete Pahlawan, so ein späterer Bericht der UN, ungefähr 1.250 Taliban indem er sie in Containern der Wüstensonne überließ. Als die Container geöffnet wurden entdeckte man, dass die Eingeschlossenen schwarz gegrillt worden waren. Als die Taliban Mazar-e Sharif 1998 einnahmen grillten sie einige hundert Feinde auf dieselbe Weise.

(...)

Die Nordallianz ist keine Lösung für Afghanistan. Die Zeilen zeigen wieder neu, welche falschen Finger im Spiel sind und mit welchen Mitteln ein Konfliktherd und seine Kräfte erhalten werden. Krieg entzieht sich vor unseren Augen der Justiz und generiert Willkür - und Willkür war auch die Voraussetzung, ein Willkürakt die Legitimation. Wie berechnend Willkür ist, kann man an grausamen Beispielen und den Umgang mit den Fakten im Nachhinein ersehen. Gegen eine Aufklärung wird gekämpft - eine Aufklärung wird nicht begrüsst.

_________________
Die Justiz der Justiz ist das Volk.

[ Geändert von revolutionsound am 03.09.2002 ]

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