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Forum: Geschichte
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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Geschichte >> Das Prinzip des verbrannten Wissens

Thread-View:
1. revolutionsound, 28.07, 14:56 (Start) 
  2. Bodo, 29.07, 02:34 (1) 
    3. revolutionsound, 29.07, 14:13 (2) 
      4. Bodo, 29.07, 15:31 (3) 
        5. revolutionsound, 30.07, 00:11 (4)  *
          6. Bodo, 30.07, 00:33 (5)  *

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Angezeigtes Thema: 'Das Prinzip des verbrannten Wissens'
Beitrag Nummer 5 plus eine Antwort

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 30.07.2003 um 00:11 (1364 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Am 2003-07-29 15:31 hat Bodo geschrieben:

Am 2003-07-29 14:13 hat revolutionsound geschrieben:

Warum also u.a. das Wissen? Hmmm. Ließ doch einfach Bradburys Buch - den Titel kennst Du ja offenbar schon <-; Ich hab es vor Jahren mal gelesen und hab weiß nicht mehr, warum in dessen Geschichte Bücher verboten sind.

Grundgedanken waren in seiner des Überwachungssystems:
- keiner sollte auf Ideen kommen, die sich der Kontrolle entziehen
- das Lesen von Büchern war Zeichen dafür, dass sich jemand der Kontrolle entzieht
- das Aufbewahren und das Lesen an sich galt als Widerstand

Ist doch eigentlich nur dann ein Problem, wenn in diesen Büchern etwas steht, das politische Wirkung haben könnte. Wurde dann auch Heidi verboten? (-:

Hm. Vielleicht kommen die Leute auf die Idee, dass es früher mal schöne Natur gab und Heimatgefühle und fragen sich dann: "Warum nun nicht mehr?" Also schon wäre es politisch und würde verboten, es sei denn, es liesse sich aus Heidifilmchen etwas herausholen, was das Staatssystem gut 'vermarkten' könnte. Die strikte Einengung der Bürger würde natürlich mit Bedrohungen von Aussen oder von Innen legitimiert. Jemand mache die Heimat kaputt.

Im Buch gibt es tatsächlich organisierten Widerstand. So weit ich weiss, gelang der Hauptperson die Flucht, aber es kündigte sich ein bewaffneter Angriff an...

Ich erinnere mich eher an den Film. Da gab es glaub auch Widerstandsgruppen bzw. solche, die sich zumindest der Kontrolle entzogen, aber der final Angriff erfolgt nicht durch diese, sondern durch eine ausländische Macht.
War glaub sehr sehenswert, der Film. Wahrscheinlich franz. aus den 70-gern.

Den muss ich mal nachholen. '1984' habe ich gesehen. Ist er dem ähnlich?

Die Theorie der Zerstörung der Bibliothek durch Cäsar ist nicht die einzige...Bibliothek von Alexandria Da wird eher von einer Nebenwirkung im Hahnenkampf gesprochen: Die Version von der Zerstörung durch die Araber hatte ihre Wurzel im wesentlichen in der mittelalterlichen Kreuzzugspropaganda, in deren Zeit sie entstanden ist. Tatsächlich dürfte bei der Ankunft der Araber in Ägypten die Bibliothek gar nicht mehr existiert haben, sondern bereits 272 n. Chr. ein Raub der Flammen geworden sein, als bei Kämpfen zwischen dem Kaiser Aurelian und Zenobia, der Herrscherin von Palmyra (heute Syrien), das Palastviertel in Alexandria und damit zwangsläufig auch die Bibliothek zerstört wurde.

Also alles halb so wild (-;

Und wenn nicht so viel gebrannt hätte, dann hätten sie das Palastviertel ausgeräumt und die Literatur und Museumsstücke woanders feilgeboten. Errungenschaften. Ganz wie heute.

Das Ende der grossen Bibliothek von Alexandria ist demnach ins letzte Drittel des 3. Jahrhunderts n. Chr. zu datieren, während die kleine Bibliothek des Serapeion noch 120 Jahre weiterexistierte und am Ende des 4. Jahrhunderts unterging.

Ob die Wissen hatten, das wir heute nicht haben und von uns für Bedeutung wäre? Also nicht, welcher Pharao mit wem verheiratet war, sondern wirklich interessantes (-;

Vielleicht so eine kleine Sternen- und Planetenkunde und ein wenig Mathematik, gewürzt mit ein paar hochbrisanten geschichtlichen Leckerchen auf Stein gemeisselt. Bei den Maya die Technik der Diamantbearbeitung. Vielleicht stehen wir deswegen noch vor so vielen ungelösten Rätseln. :->

Längerfristig bedeutet es auch, dass sich ältere Geschichte noch schwieriger nachzeichnen lässt. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Cäsar lediglich für Literatur zerstören liess, er wird doch noch dafür gesorgt haben, dass ein Kontingent an Abschriften und Originalen gesichert würden. Er verzichtete doch bestimmt nicht auf das Wissen.

Wenn solches da dabei war. Ein kultureller Austausch war ja wahrscheinlich vorher schon vorhanden, so das sicher auch Wissen ausgetauscht wurde.

Das Wissen dürfte irgendwie gehortet sein. Noch heute gibt es verschlossene Bibliotheken. Und manch brisantes Schriftstück befindet sich in Privatbesitz.

_________________
Wir leben nicht, wir werden gelebt.

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Antworten:
Von: Bodo (Rang: Moderator)   Beiträge: 2722
Mitglied seit: 13.01.2002
Geschrieben am: 30.07.2003 um 00:33 (1342 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Am 2003-07-30 00:11 hat revolutionsound geschrieben:

Ich erinnere mich eher an den Film. Da gab es glaub auch Widerstandsgruppen bzw. solche, die sich zumindest der Kontrolle entzogen, aber der final Angriff erfolgt nicht durch diese, sondern durch eine ausländische Macht.
War glaub sehr sehenswert, der Film. Wahrscheinlich franz. aus den 70-gern.

Den muss ich mal nachholen. '1984' habe ich gesehen. Ist er dem ähnlich?

Denke nicht. Außer das beide einen kritischen Blick in die Zukunft tun.


Ob die Wissen hatten, das wir heute nicht haben und von uns für Bedeutung wäre? Also nicht, welcher Pharao mit wem verheiratet war, sondern wirklich interessantes (-;

Vielleicht so eine kleine Sternen- und Planetenkunde und ein wenig Mathematik, gewürzt mit ein paar hochbrisanten geschichtlichen Leckerchen auf Stein gemeisselt. Bei den Maya die Technik der Diamantbearbeitung.

Interessiert doch alles nicht. (-:


Das Wissen dürfte irgendwie gehortet sein. Noch heute gibt es verschlossene Bibliotheken. Und manch brisantes Schriftstück befindet sich in Privatbesitz.

Des Papses vor allem (-;

_________________
Seelig sind die, die da arm an Geist sind, denn sie werden sich Christlich Soziale Union nennen.

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