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Forum: Volkswirtschaft
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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Volkswirtschaft >> Das Wirtschaftswunder?

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1. AM36, 10.08, 14:39 (Start) 
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      4. revolutionsound, 11.08, 16:34 (3) 
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    19. Bodo, 14.08, 16:34 (18)  *
      20. revolutionsound, 15.08, 15:54 (19) 
21. Bodo, 13.08, 21:46 (1) 
  22. revolutionsound, 13.08, 21:59 (21) 
    23. Bodo, 14.08, 16:43 (22) 
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          26. revolutionsound, 16.08, 16:47 (25) 
            27. Bodo, 17.08, 21:44 (26) 
              28. revolutionsound, 18.08, 00:10 (27) 

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Angezeigtes Thema: 'Das Wirtschaftswunder?'
Beitrag Nummer 18 plus eine Antwort

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 13.08.2005 um 21:44 (1136 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Am 2005-08-13 16:07 hat Bodo geschrieben:

Am 2005-08-11 00:29 hat revolutionsound geschrieben:

"Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um die gleiche wirtschaftliche Situation zu schaffen, wie sie nach dem zweiten Weltkieg in Deutschland vorhanden war?"

Komplexe Frage. Und es geht wohl um das Wirtschaftswunder.

Bei dem "Betreff" keine riskante Annahme (-;

Upsi. ;->

Was waren die wirtschaftlichen Bedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg? Erstmal musste die BRD aus den Trümmern auferstehen. Zahlreiche Hindernisse plagten natürlich das Land: Bevölkerungsverluste, fehlende Infrastruktur, verlorenes Ansehen in der Welt, Kontrolle von Aussen, Auflagen. Die Besatzer selbst spalteten sich, der Kalte Krieg bahnte sich an. Das “Wirtschaftswunder” durfte nur Westdeutschland erfahren. Das Plus für die BRD damals war, dass die Weltwirtschaft wieder angekurbelt wurde, die USA sich die BRD als zu unterstützenden Wirtschaftspartner ausgesucht hatte, dass durchaus Fachwissen in der BRD vorhanden war, und vielleicht auch, dass andere Industriestaaten zugleich als Kolonialstaaten erhebliche Probleme mit ihren Kolonien bekamen. Ausserdem gingen einige Staaten ebenfalls geschwächt aus dem Zweiten Weltkrieg hervor, unter ihnen Frankreich und Großbritannien. Gerade GB musste seine Vorreiterposition an die USA abgeben. Es gab verhältnismässig wenige Industriestaaten.

Eine florierende Weltwirtschaft ist im Allgemeinen eine wesentliche Vorraussetzung für eine florierende nationale Volkswirtschaft. Ich denke also nicht, dass die Schwächen der anderen die wirtschaftliche Stärke Deutschlands erklären.

Nicht allein. Aber sie verbesserten die Chance Deutschlands.

Es wurde damals viel gefördert (Stichwort Marshallplan) und Wiederaufbau bedeutet immer auch Investition. Und Investition entscheidet über das Wachstum.

Aus Schulzeiten erinnere ich mich noch, dass nach dem Krieg von den Siegern im grossen Umfang Produktionsstädten in Deutschland abgebaut und als Entschädigung mitgenommen wurden. Das ist zwar erst mal ein grosser Verlust, aber nach dem Wiederaufbau hat man das neue Zeug - und die anderen den alten Kram. Das ist gut für Produktivität und Qualität.

Die Produzenten in der BRD hatten einfach auch den Nerv der Zeit getroffen. Die Produkte waren einfach weltweit gefragt. Wie sollte man es anders erwarten von einem Land, dass seinen eigenen Wiederaufbau bewältigen musste. Gewisse Baumaschinen kamen auf Marktanteile von beinahe 100 Prozent.

Deutschland machte den Aufstieg, erlebte sein eigenes Wirtschaftswunder. Doch blieb Deutschland nicht allein. In Asien stieg Japan auf. Einige Staaten weltweit schafften mittlerweile den Sprung über die Schwelle und somit wuchs die Konkurrenz. Die Produktion deutscher Produkte ist zu einem nicht geringen Anteil verlagert, denn im Ausland lassen sich viele Produkte billiger herstellen. Die Landwirtschaft beschäftigt nur noch wenige. Die Dienstleistungen gewannen an Gewicht.
Entscheidend noch sind demographische Entwicklungen: die Minderheit der Bevölkerung arbeitet, die Mehrheit der Bevölkerung wird versorgt. Und die Bevölkerung altert.

Genau. Ich kenne keine Zahlen, aber ganz sicher wurden 1950 anteilsmässig weit weniger Geld für soziale Aufgaben ausgegeben. Heutzutage ist es doch so, dass 75% oder noch mehr für Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe, Pensionen, Renten etc. ausgegeben werden. Da bleibt zu wenig für Invesition, Forschung etc.

Und es gibt keinen Hinweis darauf, dass in Zukunft anteilsmässig mehr arbeitende Bevölkerung nachwächst. Es reisen sogar viele Leute aus, 150.000 waren es im Jahr 2004.

_________________
Wir leben nicht, wir werden gelebt.

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Antworten:
Von: Bodo (Rang: Moderator)   Beiträge: 2722
Mitglied seit: 13.01.2002
Geschrieben am: 14.08.2005 um 16:34 (1133 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Am 2005-08-13 21:44 hat revolutionsound geschrieben:

Genau. Ich kenne keine Zahlen, aber ganz sicher wurden 1950 anteilsmässig weit weniger Geld für soziale Aufgaben ausgegeben. Heutzutage ist es doch so, dass 75% oder noch mehr für Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe, Pensionen, Renten etc. ausgegeben werden. Da bleibt zu wenig für Invesition, Forschung etc.

Und es gibt keinen Hinweis darauf, dass in Zukunft anteilsmässig mehr arbeitende Bevölkerung nachwächst. Es reisen sogar viele Leute aus, 150.000 waren es im Jahr 2004.

Es werde nicht nur Arbeitslose gewesen sein (-;

_________________
Seelig sind die, die da arm an Geist sind, denn sie werden sich Christlich Soziale Union nennen.

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