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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Die Gesellschaft >> Wieviel Integration sollte die Demokratie Ausländern abverlangen?

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1. Mohammad_Deutschland, 19.02, 00:35 (Start) 
  2. revolutionsound, 19.02, 17:19 (1) 
    3. Mohammad_Deutschland, 20.02, 17:46 (2) 
      4. Bodo, 20.02, 21:52 (3) 
5. Mohammad_Deutschland, 23.02, 02:04 (4) 
  6. Bodo, 23.02, 14:45 (5) 
    7. Mohammad_Deutschland, 24.02, 01:07 (6) 
      8. Bodo, 24.02, 12:55 (7)  *
9. Mohammad_Deutschland, 20.02, 17:50 (2) 
  10. revolutionsound, 20.02, 22:18 (9) 

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Angezeigtes Thema: 'Wieviel Integration sollte die Demokratie Ausländern abverlangen?'
Beitrag Nummer 8 plus 0 Antworten

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: Bodo (Rang: Moderator)   Beiträge: 2722
Mitglied seit: 13.01.2002
Geschrieben am: 24.02.2005 um 12:55 (1231 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Hallo Mohammad

Am 2005-02-24 01:07 hat Mohammad_Deutschland geschrieben:

Aber das Prinzip ist ähnlich und lauert überall da, wo Gruppen als Gefahr oder Bedrohung wargenommen werden. Chinesen kennt man hier nur als Urlauber und Geschäftsmänner. Aber z.B. nur ein geografisches Stückchen weiter, die Vietnamnesen, wurden in der DDR nach Fall der Mauer massiv angefeindet. Weil die waren als Flüchtlinge da und das weckt Teilungsängste.

Oder aktuell wird von der CDU gegen die SSW, die Partei der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein, mobil gemacht. Nach dem Motto: Wo kämen wir den hin, wenn man uns die Abkömmlinge von Ausländern etwas in der Politik zu sagen hätten!?

Stimmt eigentlich.
Dennoch trägt die Ausländerfeindlichkeit, die auf kulturellen und religiösen Unterschieden beruht, eine viel höhere Gefahr mit sich als eine auf wirtschaftlichen Faktoren basierende Ausländerfeindlichkeit, da die Wirtschaft variabel ist, kulturelle und besonders religiöse Vorstellungen hingegen eher einen absoluten Charakter tragen - oder etwa nicht?

Da stimme ich erstmal (-; zu: Eine wirtschaftliche Situation ist leichter zu ändern als eine kulturelle. Gibt dem verärgerten Arbeitslosen einen Job und die Chancen, dass seine durch wirtschaftliche bzw. soziale Probleme verursachten Abneigungen zurückgehen, sind sicher ganz gut. In kulturellen (und religiösen - falls man da unterscheiden will) Dingen ist das schwieriger, weil diese tiefer im Wesen des Menschen sitzen.

Aber: Ich glaube, dass die (aufgeklärten) Menschen im Allgemeinen mit kulturellen Unterschieden besser leben können als mit wirtschaftlich bedingten.
Ob der muslimische Nachbar an Weihnachten nun eine Licherkette aufhängt oder nicht - das schert doch keinen vernünftigen Menschen.
Hingegen ist es für jemanden, der sozial schlecht dasteht, meistens unangenehm, die zu sehen, denen es gut geht.

Der Unterschied ist wohl, dass man einen schlechten sozialen Status als Nachteil empfindet, die eigene Kultur (im Vergleich zu einer anderen) hingegen nicht.

Davon abgesehen gibt es natürlich Konflikte, die auf kulturellen Unterschieden beruhen. Das halte ich aber für grobe Fehler in der Persönlichkeitsentwicklung (-;


Es ist schlicht und einfach falsch zu behaupten Ausländerfeindlichkeit sei die Schuld rechter Politiker. Es gibt Unterschiede zwischen den Kulturen - wer das nicht begreift, überlässt die Aufarbeitung der Probleme mit den Ausländern genau diesen rechten Politikern.

Unterschiede zwischen Kulturen sind kein Grund einander zu hassen. Da gehört schon jemand dazu, der mittels diesen Unterschieden Ängste und Hass erzeugt.

Unterschiede sind natürlich kein Grund einander zu hassen. Aber Unterschiede können die Ursache von Konflikten sein. Das soll bedeuten: Wenn alle Hindus ihre Leichen in den Rhein schmeißen, käme es zu Konflikten.

Das stimmt (-:

Es gibt also solche Unterschiede zwischen Kulturen, die nicht miteinander in Konflikt geraten und solche, die zu Konflikten führen.


Obgleich sich Hindus und christliche Rheinbewohner nicht angefeindet hatten, kommt es manchmal zwangsläufig zum Konflikt aufgrund kultureller Unterschiede. Dies müssen wir in unserer aufgeklärten Gesellschaft erkennen, nicht die Augen verschließen - um schließlich in einem respektvollem Diskussionsrahmen Hindus und Christen an einen Tisch zu bringen. Würde man diesen Konflikten, die mit der Einwanderung zusammenhängen, nur halbherzig begegnen bietet man den Populisten Nahrung, die von den aufgestauten, oft unterdrückten Emotionen der einheimischen Bevölkerung leben.

Haste Recht.

_________________
Seelig sind die, die da arm an Geist sind, denn sie werden sich Christlich Soziale Union nennen.

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