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mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Die Gesellschaft >> Wieviel Integration sollte die Demokratie Ausländern abverlangen?

Thread-View:
1. Mohammad_Deutschland, 19.02, 00:35 (Start) 
  2. revolutionsound, 19.02, 17:19 (1) 
    3. Mohammad_Deutschland, 20.02, 17:46 (2) 
      4. Bodo, 20.02, 21:52 (3) 
5. Mohammad_Deutschland, 23.02, 02:04 (4) 
  6. Bodo, 23.02, 14:45 (5) 
    7. Mohammad_Deutschland, 24.02, 01:07 (6) 
      8. Bodo, 24.02, 12:55 (7) 
9. Mohammad_Deutschland, 20.02, 17:50 (2) 
  10. revolutionsound, 20.02, 22:18 (9)  *

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Angezeigtes Thema: 'Wieviel Integration sollte die Demokratie Ausländern abverlangen?'
Beitrag Nummer 10 plus 0 Antworten

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 20.02.2005 um 22:18 (1254 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Am 2005-02-20 17:50 hat Mohammad_Deutschland geschrieben:

Bemerkenswert, bemerkenswert, dass Deine Frage nicht lautet: Welche Voraussetzungen braucht es, dass sich Ausländer integrieren? , sondern "Welche Voraussetzung braucht es, dass man sich in einem Land nicht mehr fremd fühlt." Diese Frage birgt die Antwort. Nur wenn man nicht als Fremder angesehen wird, taut der eigene kulturelle Background auf, um Anderes aufzunehmen.

Das altbewährte Fenstermodell scheint sich zu bestätigen. Zieht jemand die Rollos hoch und öffnet die Fenster, so macht es der andere auch.

Ich fragte eine türkische, von mir sehr geschätzte Komilitonin, wieso sie ihre Zeit nur mit den Ausländern unseres Semesters verbringt. Ihre Antwort war, dass sie keiner -so wie sie ist- als gläubige Muslimin akzeptieren würde.

Die anderen Kommolitonen machen es also tatsächlich an dem Glauben fest?

Bekannte von mir, er deutsch, sie aus Frankreich stammend, haben sich mit türkischen Familien angefreundet und wurden zu muslimischen Festivitäten eingeladen, das, obwohl sie es eigentlich nicht besonders mit der Religion halten.

Wenn man tagtäglich als fremder behandelt wird, spielt man auch die Rolle eines Fremden. Ich merke das doch an mir selbst, wenn ich Gespräche mit mir fremden Deutschen beginne. Da fange ich mit meinem versierten Wortschatz an zu sprechen - und schon sind die Leute anders, weil sie denken: "Oh, der ist nicht wie der Dönerhakan."

Vorurteile sind in den Köpfen festgesetzt. Allerdings hat Integration viel mit Wille und Interesse zu tun. In München gibt es ein Gymnasium, in der der Anteil der Türken/Innen einen guten Prozentteil ausmachen - sie wählen auch deswegen diese Schule, da dort einfach viele mit der gleichen Herkunft sind. Muss nochmal nachfragen, welche Schule das ist. Würde mich auch interessieren, wie "integriert" die Schüler sind - und ich spreche mal bewusst von allen Schüler/Innen, jedweder Herkunft und Nationalität.

Ich war immer schon der einzige "Kanacke". Da mich meine Mitschüler, an denen ich jahrelang vorbeilebte stets anders behandelten, mir eine andere soziale Rolle überstülpten (der prollige Ausländer), brauchte es Jahre bis ich mich endlich als Nicht-Fremder fühlte. Und das war ein zähe Zeit für mich. Und die Tatsache, dass man mich erst jetzt als schlipsundkragentragenden Quotenkanacken gern hat, liegt allein an meinem eigenen Willen mich vollends integrieren zu wollen. DAS SCHAFFEN NICHT ALLE AUSLÄNDER!

Es wächst andererseits nun eine neue Generation heran. Die Eltern oder auch die Großeltern sind vielfach nach Deutschland gekommen. Also haben wir schon die zweite oder dritte Generation auf deutschen Landen. Man kann doch auch vielfach keineswegs mehr von Ausländern mehr reden. Wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat, hat sie - das einerseits. Erst heute habe ich mich mit Jugendlichen unterhalten, deren Eltern aus Uganda sind. Sie selbst sind es nicht. Drehen wir den Spiess kurz um: sie gehören also zu der Gesellschaft, in die "integriert wird".

Eine weitere, traurige Beobachtung, die ich gemacht habe ist, dass die Anhänger jener Poltiker, die skandieren: "Die müssen sich gefälligst anpassen, nicht wir", die letzten sind, die überhaupt etwas mit dem türkischen Nachbarn zu tun haben wollen. Letztendlich frage ich mich. Wieweit muss sich die Ausländerschaft integrieren, dass sie jenen ins Bild passen.

Man mag seine Kultur nicht aufgeben, und noch weniger unter Druck. Es könnte aber doch sein, dass die junge Generation sich von Traditionen abkehren oder sie nicht mehr so wichtig nehmen. In Deutschland haben sich in den letzten Jahrzehnten viele traditionelle Muster stark aufgelöst. Es gibt sie noch, die Familie, natürlich. Aber man zähle mal die Singlehaushalte, die WG-Haushalte usw.

Um es noch mal thematisch punktuell zu resümieren: Es ist schlimm, dass die gesellschaftsbetreffende Diskussion um Ausländer sich meist nur zwischen weltfremden, fremdfürchtenden Konservativen einerseits und auf der anderen Seite den grünen Gutmenschen ausbreitet, sogar polarisiert. Jenen Gutmenschen, die Statistiken über Ausländerkriminalität nicht ernst nehmen und eigentlich eine andere, positive Art der Diskriminierung betreiben - während die Konservativen die Gesellschaft spalten, anstatt mutig negative Aspekte der Einwanderung (z.B. Kriminalität) zu bekämpfen

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, dass über eine "betroffene Gruppe" diskutiert wird, aber nicht mit ihnen (konstruktiv!) diskutiert wird. So hält man die "betroffene Gruppe" am Rand.

und gleichzeitig die erwünschten Aspekte zu fördern (z.B. reformorientierte Glaubensrichtungen 100prozentig in Diskussionen einspannen)

Richtig. So schenken sie guten Keimen keine Beachtung. Und gerade die brauchen Aufmerksamkeit, um zu diffundieren.

Ich als Ausländer - mit deutschem Pass, aber das juckt ja meinen Nachbarn nicht, denn ich bleibe ja anders - will einfach genauso behandelt werden wie die Deutschen. Ich will nicht bevorzugt werden, ich will aber auch nicht benachteiligt werden. Ich will gelobt, aber auch kritisiert werden. Doch vor allen Dingen wünsche ich mir Menschen, die mutig und ehrlich mit uns Ausländern diskutieren und nicht ohne uns über uns.

Vollste Zustimmung.

_________________
Wir leben nicht, wir werden gelebt.

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