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Forum: Die Gesellschaft
Moderiert von: Bodo, revolutionsound
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Neues Thema
mehr-demokratie-wagen.de Forum Index >> Die Gesellschaft >> Wieviel Integration sollte die Demokratie Ausländern abverlangen?

Thread-View:
1. Mohammad_Deutschland, 19.02, 00:35 (Start) 
  2. revolutionsound, 19.02, 17:19 (1)  *
    3. Mohammad_Deutschland, 20.02, 17:46 (2)  *
      4. Bodo, 20.02, 21:52 (3) 
5. Mohammad_Deutschland, 23.02, 02:04 (4) 
  6. Bodo, 23.02, 14:45 (5) 
    7. Mohammad_Deutschland, 24.02, 01:07 (6) 
      8. Bodo, 24.02, 12:55 (7) 
9. Mohammad_Deutschland, 20.02, 17:50 (2)  *
  10. revolutionsound, 20.02, 22:18 (9) 

Erklärung: Vor jedem Beitrag, repräsentiert durch den Namen seines Autors, steht seine Nummer. Dahinter folgt in Klammern die Nummer des Beitrags, auf den er die Antwort ist.
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Angezeigtes Thema: 'Wieviel Integration sollte die Demokratie Ausländern abverlangen?'
Beitrag Nummer 2 plus 2 Antworten

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 19.02.2005 um 17:19 (3298 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Am 2005-02-19 00:35 hat Mohammad_Deutschland geschrieben:

Im Rahmen der Diskussionen um die Integration von Ausländern ist mir immer wieder aufgefallen, wie unsicher, verkrampft und unehrlich sich sogennante Demokraten zu dem Thema "Integration von Ausländern" äußern, um Dönertürken, Quotenkanacken und dem eigenen pluralistischen Gewissen nicht auf den Schlips zu treten.

"Integration" ist ein schnellhingeklatschtes Wort. Irgendwie ist es auch ein Wort, dass selbst nicht in Frage gestellt wird oder einfach nicht präzisiert wird. Ab wann ist eine Person integriert? Fehlt die Sprache, dann ist wird es schwierig, sich gesellschaftlich zu integrieren bzw. ein "soziales Netz" mit Menschen aufzubauen, die nicht die eigene Sprache sprechen. Heisst das nicht eigentlich "Integration"? Also ist eine wichtige Voraussetzung für die Integration die Sprache, eine ganz natürliche Sache. Allerdings ist es naheliegend, wenn das "soziale Netz" mit Menschen gleicher Herkunft auch nach Jahren größer ist als mit Menschen nicht der gleichen Herkunft. Die Entwicklung einer Integration kann über Generationen gehen und dabei braucht das Gesicht der eigenen Kultur nicht verlorengehen, gewisse Adaption kann man ebenfalls nicht ausschliessen.

Es waren, meine ich, Artikel in der ZEIT, die mit dem Image des "Dönertürken" aufgeräumt haben. Sie widmeten einige Seiten Personen, die höchst verschiedenen Karrieren nachgegangen sind.

Aber nun frage ich jemanden, der die Situation und die Schwierigkeiten des Gesellschaftsanschlusses genau kennt: welche Voraussetzungen braucht es, dass man sich in einem Land nicht mehr fremd fühlt?

Die Wurzeln alltäglicher Konfliktsituationen...

Nenn ein Beispiel...

Die Wurzeln alltäglicher Konfliktsituationen bleiben im Verborgenen und deren Aufarbeitung wird dann leider den Nicht-Demokraten des rechten Flügels überlassen.

So ungefähr. Und der rechte Flügel arbeitet eben nicht auf, sondern sucht den Konfliktstoff.

Die aufgeklärte, politische Diskussion erfordert ein Höchstmaß an Vernunft aber auch Ehrlichkeit und Mut - und keine "Gutmenschen-Mentalität", um es mit den Worten Bassam Tibis zu sagen.

Es fordert Begegnungen und ein Aufeinanderzugehen. Hier in München haben einige Moscheen einen "Tag der offenen Tür" gehabt. Es gab Dutzende von Möglichkeiten, den Islam und Leute kennenzulernen. Eine schöne Initiative. Besonders wenn es um Religion und Weltanschauung geht, dann sind nämlich die Gespenster, welche 'Falsch' und 'Richtig' heissen, mit von der Partie. Aufgeklärte Diskussion: das geht mit Toleranz einher, aber auch mit Kritikfähigkeit und Korrigierbarkeit.
Neuerdings war ich auch auf eine Jubiläumsfeier einer afrikanischen christlichen Glaubensgemeinschaft. Bei aller Offenheit haben sie aber auch den Missionierungswillen ebenfalls im Sinn. Das widerspricht eigentlich der Aufklärung. Was mir auch aufgefallen ist: sie befassen sich wenig mit dem, was eigentlich das Land ausgemacht hat und zu dem gemacht hat, was es gerade ist. Das wundert, da die BRD es ist, die sie als neuen Wohnort ausgesucht haben. Das Land zu verstehen ist nicht einfach, aber es könnte helfen.

Mohammad Rezvani, Hannover

Gruß,
Mark

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Wir leben nicht, wir werden gelebt.

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Antworten:
Von: Mohammad_Deutschland (Rang: Neuling)   Beiträge: 5
Mitglied seit: 18.02.2005
Geschrieben am: 20.02.2005 um 17:46 (1283 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Am 2005-02-19 17:19 hat revolutionsound geschrieben:

Am 2005-02-19 00:35 hat Mohammad_Deutschland geschrieben:

Im Rahmen der Diskussionen um die Integration von Ausländern ist mir immer wieder aufgefallen, wie unsicher, verkrampft und unehrlich sich sogennante Demokraten zu dem Thema "Integration von Ausländern" äußern, um Dönertürken, Quotenkanacken und dem eigenen pluralistischen Gewissen nicht auf den Schlips zu treten.

"Integration" ist ein schnellhingeklatschtes Wort. Irgendwie ist es auch ein Wort, dass selbst nicht in Frage gestellt wird oder einfach nicht präzisiert wird. Ab wann ist eine Person integriert? Fehlt die Sprache, dann ist wird es schwierig, sich gesellschaftlich zu integrieren bzw. ein "soziales Netz" mit Menschen aufzubauen, die nicht die eigene Sprache sprechen. Heisst das nicht eigentlich "Integration"? Also ist eine wichtige Voraussetzung für die Integration die Sprache, eine ganz natürliche Sache. Allerdings ist es naheliegend, wenn das "soziale Netz" mit Menschen gleicher Herkunft auch nach Jahren größer ist als mit Menschen nicht der gleichen Herkunft. Die Entwicklung einer Integration kann über Generationen gehen und dabei braucht das Gesicht der eigenen Kultur nicht verlorengehen, gewisse Adaption kann man ebenfalls nicht ausschliessen.


Es waren, meine ich, Artikel in der ZEIT, die mit dem Image des "Dönertürken" aufgeräumt haben. Sie widmeten einige Seiten Personen, die höchst verschiedenen Karrieren nachgegangen sind.

Aber nun frage ich jemanden, der die Situation und die Schwierigkeiten des Gesellschaftsanschlusses genau kennt: welche Voraussetzungen braucht es, dass man sich in einem Land nicht mehr fremd fühlt?

Bemerkenswert, bemerkenswert, dass Deine Frage nicht lautet: Welche Voraussetzungen braucht es, dass sich Ausländer integrieren? , sondern "Welche Voraussetzung braucht es, dass man sich in einem Land nicht mehr fremd fühlt." Diese Frage birgt die Antwort. Nur wenn man nicht als Fremder angesehen wird, taut der eigene kulturelle Background auf, um Anderes aufzunehmen.

Ich fragte eine türkische, von mir sehr geschätzte Komilitonin, wieso sie ihre Zeit nur mit den Ausländern unseres Semesters verbringt. Ihre Antwort war, dass sie keiner -so wie sie ist- als gläubige Muslimin akzeptieren würde.

Wenn man tagtäglich als fremder behandelt wird, spielt man auch die Rolle eines Fremden. Ich merke das doch an mir selbst, wenn ich Gespräche mit mir fremden Deutschen beginne. Da fange ich mit meinem versierten Wortschatz an zu sprechen - und schon sind die Leute anders, weil sie denken: "Oh, der ist nicht wie der Dönerhakan."

Ich war immer schon der einzige "Kanacke". Da mich meine Mitschüler, an denen ich jahrelang vorbeilebte stets anders behandelten, mir eine andere soziale Rolle überstülpten (der prollige Ausländer), brauchte es Jahre bis ich mich endlich als Nicht-Fremder fühlte. Und das war ein zähe Zeit für mich. Und die Tatsache, dass man mich erst jetzt als schlipsundkragentragenden Quotenkanacken gern hat, liegt allein an meinem eigenen Willen mich vollends integrieren zu wollen. DAS SCHAFFEN NICHT ALLE AUSLÄNDER!

Eine weitere, traurige Beobachtung, die ich gemacht habe ist, dass die Anhänger jener Poltiker, die skandieren: "Die müssen sich gefälligst anpassen, nicht wir", die letzten sind, die überhaupt etwas mit dem türkischen Nachbarn zu tun haben wollen. Letztendlich frage ich mich. Wieweit muss sich die Ausländerschaft integrieren, dass sie jenen ins Bild passen.

Um es noch mal thematisch punktuell zu resümieren: Es ist schlimm, dass die gesellschaftsbetreffende Diskussion um Ausländer sich meist nur zwischen weltfremden, fremdfürchtenden Konservativen einerseits und auf der anderen Seite den grünen Gutmenschen ausbreitet, sogar polarisiert. Jenen Gutmenschen, die Statistiken über Ausländerkriminalität nicht ernst nehmen und eigentlich eine andere, positive Art der Diskriminierung betreiben - während die Konservativen die Gesellschaft spalten, anstatt mutig negative Aspekte der Einwanderung (z.B. Kriminalität) zu bekämpfen und gleichzeitig die erwünschten Aspekte zu fördern (z.B. reformorientierte Glaubensrichtungen 100prozentig in Diskussionen einspannen)

Ich als Ausländer - mit deutschem Pass, aber das juckt ja meinen Nachbarn nicht, denn ich bleibe ja anders - will einfach genauso behandelt werden wie die Deutschen. Ich will nicht bevorzugt werden, ich will aber auch nicht benachteiligt werden. Ich will gelobt, aber auch kritisiert werden. Doch vor allen Dingen wünsche ich mir Menschen, die mutig und ehrlich mit uns Ausländern diskutieren und nicht ohne uns über uns.



Die Wurzeln alltäglicher Konfliktsituationen...

Nenn ein Beispiel...

Die Wurzeln alltäglicher Konfliktsituationen bleiben im Verborgenen und deren Aufarbeitung wird dann leider den Nicht-Demokraten des rechten Flügels überlassen.

So ungefähr. Und der rechte Flügel arbeitet eben nicht auf, sondern sucht den Konfliktstoff.

Die aufgeklärte, politische Diskussion erfordert ein Höchstmaß an Vernunft aber auch Ehrlichkeit und Mut - und keine "Gutmenschen-Mentalität", um es mit den Worten Bassam Tibis zu sagen.

Es fordert Begegnungen und ein Aufeinanderzugehen. Hier in München haben einige Moscheen einen "Tag der offenen Tür" gehabt. Es gab Dutzende von Möglichkeiten, den Islam und Leute kennenzulernen. Eine schöne Initiative. Besonders wenn es um Religion und Weltanschauung geht, dann sind nämlich die Gespenster, welche 'Falsch' und 'Richtig' heissen, mit von der Partie. Aufgeklärte Diskussion: das geht mit Toleranz einher, aber auch mit Kritikfähigkeit und Korrigierbarkeit.
Neuerdings war ich auch auf eine Jubiläumsfeier einer afrikanischen christlichen Glaubensgemeinschaft. Bei aller Offenheit haben sie aber auch den Missionierungswillen ebenfalls im Sinn. Das widerspricht eigentlich der Aufklärung. Was mir auch aufgefallen ist: sie befassen sich wenig mit dem, was eigentlich das Land ausgemacht hat und zu dem gemacht hat, was es gerade ist. Das wundert, da die BRD es ist, die sie als neuen Wohnort ausgesucht haben. Das Land zu verstehen ist nicht einfach, aber es könnte helfen.

Mohammad Rezvani, Hannover

Gruß,
Mark



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Von: Mohammad_Deutschland (Rang: Neuling)   Beiträge: 5
Mitglied seit: 18.02.2005
Geschrieben am: 20.02.2005 um 17:50 (1278 mal angezeigt)   ( 2. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Bemerkenswert, bemerkenswert, dass Deine Frage nicht lautet: Welche Voraussetzungen braucht es, dass sich Ausländer integrieren? , sondern "Welche Voraussetzung braucht es, dass man sich in einem Land nicht mehr fremd fühlt." Diese Frage birgt die Antwort. Nur wenn man nicht als Fremder angesehen wird, taut der eigene kulturelle Background auf, um Anderes aufzunehmen.

Ich fragte eine türkische, von mir sehr geschätzte Komilitonin, wieso sie ihre Zeit nur mit den Ausländern unseres Semesters verbringt. Ihre Antwort war, dass sie keiner -so wie sie ist- als gläubige Muslimin akzeptieren würde.

Wenn man tagtäglich als fremder behandelt wird, spielt man auch die Rolle eines Fremden. Ich merke das doch an mir selbst, wenn ich Gespräche mit mir fremden Deutschen beginne. Da fange ich mit meinem versierten Wortschatz an zu sprechen - und schon sind die Leute anders, weil sie denken: "Oh, der ist nicht wie der Dönerhakan."

Ich war immer schon der einzige "Kanacke". Da mich meine Mitschüler, an denen ich jahrelang vorbeilebte stets anders behandelten, mir eine andere soziale Rolle überstülpten (der prollige Ausländer), brauchte es Jahre bis ich mich endlich als Nicht-Fremder fühlte. Und das war ein zähe Zeit für mich. Und die Tatsache, dass man mich erst jetzt als schlipsundkragentragenden Quotenkanacken gern hat, liegt allein an meinem eigenen Willen mich vollends integrieren zu wollen. DAS SCHAFFEN NICHT ALLE AUSLÄNDER!

Eine weitere, traurige Beobachtung, die ich gemacht habe ist, dass die Anhänger jener Poltiker, die skandieren: "Die müssen sich gefälligst anpassen, nicht wir", die letzten sind, die überhaupt etwas mit dem türkischen Nachbarn zu tun haben wollen. Letztendlich frage ich mich. Wieweit muss sich die Ausländerschaft integrieren, dass sie jenen ins Bild passen.

Um es noch mal thematisch punktuell zu resümieren: Es ist schlimm, dass die gesellschaftsbetreffende Diskussion um Ausländer sich meist nur zwischen weltfremden, fremdfürchtenden Konservativen einerseits und auf der anderen Seite den grünen Gutmenschen ausbreitet, sogar polarisiert. Jenen Gutmenschen, die Statistiken über Ausländerkriminalität nicht ernst nehmen und eigentlich eine andere, positive Art der Diskriminierung betreiben - während die Konservativen die Gesellschaft spalten, anstatt mutig negative Aspekte der Einwanderung (z.B. Kriminalität) zu bekämpfen und gleichzeitig die erwünschten Aspekte zu fördern (z.B. reformorientierte Glaubensrichtungen 100prozentig in Diskussionen einspannen)

Ich als Ausländer - mit deutschem Pass, aber das juckt ja meinen Nachbarn nicht, denn ich bleibe ja anders - will einfach genauso behandelt werden wie die Deutschen. Ich will nicht bevorzugt werden, ich will aber auch nicht benachteiligt werden. Ich will gelobt, aber auch kritisiert werden. Doch vor allen Dingen wünsche ich mir Menschen, die mutig und ehrlich mit uns Ausländern diskutieren und nicht ohne uns über uns.


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