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© 2002 Bodo Kaelberer

To the limit
Verfasst am Freitag, 18. November 2005 um 01:13 von revolutionsound
Freigegeben von MarkArne

Herausforderung: Globalisierung revolutionsound schreibt:

"Wie viele Menschen kann die Erde ernähren? Die Schätzungen reichen bis weit mehr als 10 Milliarden Menschen. Heute schafft es die Weltgemeinschaft nicht, knapp 6,5 Milliarden Menschen in ihrer Gesamtheit mit Nahrung zu versorgen. Dabei ist die Nahrungsmittelversorgung nur ein Aspekt eines multidimensionalen Problems.

Seit dem Jahr 1999 hat die Bevölkerung auf der Erde um 500 Millionen Menschen zugenommen. Mit alarmierender Geschwindigkeit bewegen wir uns auf das Limit zu.
Die Zahl der Hungernden wurde laut Weltbericht zu Hunger und Unternährung 2004 der FAO mit über 850 Millionen Menschen beziffert. Das ist mehr als ein Achtel der Weltbevölkerung.

Rechnen wir weiter fort: mit der Hypothese, daß die Bevölkerung sich in Zukunft linear vergrößern würde, was eigentlich noch nie der Fall war, also alle sechs Jahre die Bevölkerung um 500 Millionen wachsen würde, wäre die Schallmauer von 10 Milliarden Menschen in 42 Jahren erreicht. Wollen wir davon ausgehen, daß es bis dahin auf unserem Globus gerechter zugeht und der Zugang zu Nahrung und Wasser der Gesamtheit der Bevölkerung der Erde gewährt ist? Eine wunderbare Annahme - aber sie ist utopisch. Und bis dato wächst die Bevölkerung hyperexponentiell: für ein weiteres Ansteigen der Weltbevölkerung von 500 Millionen Menschen werden keine sechs Jahre gebraucht.

Die Lage des Menschen ist ein Dilemma. Nicht nur Bevölkerungswachstum und Ungleichverteilung wird der Menschheit zu schaffen machen, sondern auch die Zerstörung des Lebensraums, daß die Tragfähigkeit der Erde übrigens schmälert, ebenso die Verknappung der nichterneuerbaren Ressourcen und der Klimawandel. Wir sind geschockt über die Zahl der Hungernden, über die Größe von Naturkatastrophen, die es doch zuvor auch schon gegeben hat, nun aber mehr Menschen unmittelbar betreffen. Wir sind erschrocken über die Tatsache, wie schnell und auf welche Weise insbesondere der Regenwald, zerstört wird. Auf diesem Globus kann die Menschheit nicht ewig wachsen. Man spricht von den Grenzen des Wachstums.

Die Verknappung von essentiellen Ressourcen wurden schon längst als ökonomische Chance erkannt. Profithaie konkurrieren miteinander um die Ressourcen Korn und Wasser. Im Falle des Getreides wird nicht davor zurückgeschreckt, Sorten patentieren zu lassen und einheimische Bevölkerung ihrer Wirtschaftsgrundlagen zu berauben. Multinationale Unternehmen versuchen die Produktion von Sorten an sich zu reißen. Ein Beispiel par excellence ist der Saatguthersteller Monsanto. Die Produktion von Getreide könnte eventuell gesteigert werden mit den Gegenkosten unvorhergesehener Auswirkungen auf die Ökologie, Zementierung ungerechter ökonomischer Verhältnisse und Monopolbildung.
Die Ressource Wasser teilen unter anderem Konzerne unter sich auf: das ist in Anbetracht der Verteilung des trinkbaren Wassers, das ein knappes Gut darstellt und schwindet, eine heikle Angelegenheit. Knappes Gut hat seinen Preis, und der wird höher, wenn gewinnorientiert veräußert wird.

Armutshalbierung, Schuldenerlassung, nachhaltiges Wirtschaften – dies sind Begriffe, die in der Hoffnung entstanden sind, in Zukunft Schaden begrenzen zu können. Die Vereinten Nationen hatten einst das Ziel gesetzt, die Armut bis 2015 zu halbieren. Das wird nicht einzulösen sein. Es fällt schwer zu glauben, daß die Zahl der Personen unter der Armutsgrenze langfristig bei der rasanten Bevölkerungsentwicklung überhaupt abnehmen kann.
Die Industrienationen erklärten sich in diesem Jahr bereit, den Entwicklungsländern teilweise Schulden zu erlassen. Sie hoffen auf mehr Demokratie und Marktwirtschaft in den armen Ländern. Die (Zwangs)Einführung von Marktwirtschaft kann jedoch sogar zur Erhöhung der Armut und zu einem Versorgungsnotstand führen, wie es Jean Ziegler, Sonderberichtserstatter der UN, an dem Beispiel Niger deutlich machte. Laut ihm tragen IMF und WTO Mitschuld an der Hungersnot in Niger. Das Beispiel gibt nur ein kleines Abbild zukünftiger Herausforderungen.

Was wird geschehen, wenn wir uns dem Limit nähern? Werden Klimaveränderungen ein Teil des Regulativs für die Weltbevölkerung? Nehmen Seuchen zu? Werden Verteilungskämpfe härter ausgetragen? Werden Privatarmeen die Territorien multinationaler Versorgungskonzerne abschirmen? Hat in Zukunft Wasser ein höheres Konfliktpotential als Öl? Wie erfolgreich wir mit den schwierigen Entwicklungen fertig werden, hängt davon ab, wie sehr rechtsstaatliche Prinzipien und internationale rechtliche Prinzipien in die Welt getragen und wie weit Menschenwürde und die Menschenrechte geschützt werden. So wird es wahrscheinlicher, daß Konflikte friedliche Beilegung finden und es zu einvernehmlichen Konsenslösungen kommt oder Streitfragen durch eine übergeordnete Instanz geregelt werden. Es hängt weiter davon ab, wie weit durch Handel und übergeordnete Instanzen die Durchsetzung eines Mindestlebensstandards durchgesetzt werden kann. Ferner gilt es, die Umstellung auf regenerative Energien zu forcieren: die fossilen Stoffe tragen zur Umweltverschmutzung bei und schmälern die Versorgungsmöglichkeiten indirekt. Umweltbewusstsein darf nicht eine Errungenschaft einer Minderheit sein. Umweltbewusstsein stellt aber eine Größe dar, die durch dementsprechende Bildung initialisiert und gefördert werden kann. Und die Bildung ist es überhaupt, die die Menschen zu einem eigenständigen und umsichtigen Denken führt und ihm neue Chancen eröffnet. Außerdem muß es Vätern und Müttern rechtlich gewährt und praktisch ermöglicht sein, die Familie selbst zu planen: unabdinglich dafür ist die Gleichstellung der Frau und weitreichende Bewusstseinsförderung für reproduktive Gesundheit. Eine grundsätzlich offenere Haltung manch bedeutender religiöser Institutionen bezüglich Familienplanung wäre zu begrüßen.

Hinsichtlich der Multidimensionalität der Grenzen des Wachstums konnten nur einige Aspekte gestriffen werden. Den Grenzen des Wachstums nähern wir uns unweigerlich. Eine Grundfrage stellt sich heraus: In welcher Form will die Menschheit das Erreichen der Grenze erleben?

Die Zeit läuft."

 
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