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© 2002 Bodo Kaelberer

Der 20.7.1944 - Das Putzmittel des nationalen Gewissens?
Verfasst am Montag, 19. Juli 2004 um 13:34 von Bodo
Freigegeben von Master

Probleme & Lösungen der Gesellschaft Bodo schreibt:

"Morgen jährt sich zum 60-sten Mal das gescheiterte Attentat auf Hitler. Durchgeführt (oder eben auch nicht) durch eine Gruppen von Wehrmachtsoffizieren, deren heute wohl bekanntester Teilnehmer Graf Stauffenberg war.
Doch was feiern und preisen wir an diesem Tag eigentlich? Den Widerstand, die Wehrmacht oder einfach nur uns selbst?
Eine moralische Entscheidung war es damals wohl kaum.


Nicht etwa die seit 1933 fast ungehindert andauernde Verfolgung allen "Undeutschens", Verschleppung und Ermordung von Juden, Sinti und Romas, Sozialdemokraten und anderen gab den Anlaß. Und auch nicht der von der deutschen Wehrmacht geführte Krieg, der ganz Europa heimgesucht hatte, Millionen Menschen tötete und in dessen Verlauf zahllose Kriegsverbrechen verübt wurden (wenn man schon so abgebrüht ist, den Krieg nicht selbst als Verbrechen zu sehen).

Vielmehr war der entscheidende Anlaß die Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad, wo hunderttausende Soldaten von ihrer militärischen Führung im Stich gelassen und verheizt wurden, im Kampf fielen oder in Gefangenschaft gerieten. Da hat es selbst bei den Offizieren geschaltet: Wenn nicht mal der deutsche Soldat vor Hitlers irrwitzigen Plänen sicher ist, dann muss gehandelt werden.

Und wie handelt man dann? Man plant. Wochen, Monate, Jahre. Gewissenhafte deutsche Wertarbeit eben. Aber: Sie funktioniert nicht! Dutzende von Verschwörern, von denen viele regelmäßig persönlichen Kontakt zu Hitler haben, schaffen es trotz endloser Planung nicht, den bösen Zwerg kaltzustellen.

Und das feiern wir. Weil wir sonst nichts anderes zu feiern haben?

Wenigstens haben wir noch einen Rats-Vorsitzenden der evangelischen Kirche namens Huber, der nicht nur (minderbegabte) Widerständler aus den Reihen der Täter lobt, sondern ausdrücklich auch Befehlsverweigerer und sogar Desserteure. Bei diesen Worten ist einigen in der Union sicher das Blut in Wahlung geraten."

 
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8 Kommentare
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Re: Der 20.7.1994 - Das Putzmittel des nationalen Gewissens? (Punkte: 50)
von revolutionsound am Dienstag, 20. Juli 2004 um 23:45
(Userinfo | Dem Autor schreiben)
Zweifelsohne, die Wehrmachtsoffiziere sahen den Untergang auf sich zukommen. Und der böse Zwerg steuerte das Schiff mit aller Entschlossenheit mitten hinein. Den Tod hatte bis dahin jeder gesehen, gehört, gerochen und gespürt. Der Krieg der Deutschen war seit der Kehrtwende 42/43 ein grösserer militärischer Wahnsinn als je zuvor, beinahe ein Massenselbstmord und ohnehin ein Massenmord - ob Anschlag oder nicht - alles hatte Risiko. Das eigene Leben und das Leben des Volkes war in Gefahr. Allerdings musste es ersteinmal so weit kommen. Der Wahnsinnige hat sich ganz deutlich angekündigt. Russland bezwingen? USA besiegen? Großbritannien schlagen? Mitgemacht hat die grosse Mehrheit. Der Widerstand war klein - aber warum? Lähmung, Ohnmacht, Hoffen auf bessere Zeiten? Einschüchterung? Oder Überzeugtheit vom Regime? So viele Deutsche - eben selber ein Teil des Regimes? Was machte das deutsche Volk so --volksam? Die Namensliste des Widerstandes und der Leute, die Juden und andere Verfolgte beherbergt haben, ist vergleichbar klein. Der Wahnsinn dominierte, allerdings dominierte er länger als ein Jahrzehnt. 1936 wurden noch die Olympischen Spiele in Berlin ausgetragen. Nur ein Beispiel. Das Ausland trug manchmal, ob gewollt oder ungewollt, das Seine zur Regimeunterstützung bei. Und nach dem Krieg blieben viele rege Unterstützer des Regimes auf hohen Posten sitzen oder wanderten aus. Daran darf man ruhig gedenken. Diese fehlende Aufarbeitung nach dem Sieg der Alliierten macht unglaubwürdig. Noch etwas, was nie wieder geschehen dürfte.

Und wie hätte man dem bösen Zwerg allerdings schneller gegenhalten können und ein Garaus machen können? Pistolenschuss aus der Garde oder aus der Menschenmenge: "Ziehen - Zielen - Peng!"? Man müsste sich und seine Pistole in die Nähe bringen, aber eines kalkulieren, es ist gleichzeitig die Entscheidung, den eigenen Tod auf sich zu nehmen, der mit Sicherheit folgen wird. Wer ist dazu bereit? Bin ich selbst dazu bereit? Geschichte ist manchmal sehr personenabhängig.

Bei dem Tode Hitlers: hätte das Regime gewechselt? Oder hätte es noch einen zweiten und dritten Täter gebraucht, der Goebbels und/oder Hess und/oder andere hätten erschiessen müssen?

Planung - geplant war ein Regimesturz. Noch am selben Tag sollte in Berlin geputscht werden, Verhaftungen von SS-Führern und mehr und die Einsetzung eines neuen Regiments waren geplant. Es war wohl der komplexeste Widerstandsakt. Die Zahl der Attentatsversuche auf Hitler beläuft sich auf etwa 40. Alle gescheitert. Zu feiern gibt es da nichts.


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